Lővei Pál szerk.: Horler Miklós Hetvenedik születésnapjára Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 4. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1993)

Réti Mária: Visegrád reneszánsz szobrászatának újabb kutatásai

den Details des Grabmales Pauls II. und den des Visegráder Brunnens. Aufgrund dessen hielt er den Brunnen für ein Werk Giovanni Dalmatas. Anhand der bishe­rigen Ergebnisse und der hinzugekommenen Angaben neuerer Vermessungen und Forschungen können wir die Schlußfolgerung ziehen, daß in Anbetracht seiner Ausmaße, Bearbeitung und Herstellungszeit der ganze Brunnen nicht von einer Hand geschaffen worden sein könnte. Das Brunnenbecken kann einer fremden Hand zugeschrieben werden, denn seine Ornamentik weicht am weite­sten von den anderen Teilen ab. Es ist wahrscheinlich, daß der Schöpfer der Brunnenskulptur und der des Brunnenrandes nicht identisch sind. An den Aus­maßen und der Flächenbearbeitung der Brunnenkranzplatten sind Unterschie­de erkennbar; die das Wappen des Herrschers tragende Platte ist am besten aus­geführt. Wir nehmen an, daß sie als erste gefertigt wurde und den anderen als Vorbild diente. Sie wurde von dem leitenden Meister gehauen, der ein hier arbei­tender italienischer Bildhauer gewesen sein könnte. Neben ihm arbeiteten fünf weitere, ihm folgende Meister der Werkstatt mit. Die Werkstattgehilfen haben die Brunnenrandplatten vorbereitet, die Profile geschnitzt, und danach hat der lei­tende Meister (oder mehrere) die Obstgirlanden und Wappen gemacht. Der Brunnen wurde unter der Leitung von mindestens drei Bildhauern gefertigt. Die Brunnenskulptur sowie die dekorativen Teile des Brunnenbeckens und des Brunnenrandes sind Arbeiten dieser Meister. Daneben können wir mit dem Mit­wirken der königlichen Werkstatt rechnen. Die Obstgirlanden der Visegráder Brunnenplatten weisen eine enge Verwandtschaft mit denen auf den Werken De­siderio da Settignanos auf: um den Stirnbogen des Florenzer Tabernakels läuft eine in Sträuße aufgeteilte Girlande, die Ausführung des Obstes ist den Obstgir­landen auf den Brunnenrandplatten ähnlich. Der Meister des Visegráder Brun­nens kannte den Stil Desiderio Settignanos, der ihn, ob als seinen Schüler ob als seinen Nachfolger, bei der Anfertigung des Brunnens beeinflußte. Neben Gio­vanni Dalmata und dem Meister der Marmormadonnen muß drittens die Wirkung von Desiderio da Settignano betont werden, weil diese Wirkung an allen drei bedeutenden Visegráder Werken der Skulptur zu bemerken ist. Desi­derios Sakramentshäuschen war Vorbild für das Tabernakel der Kapelle, und Ähnlichkeiten mit manchen ihrer Details (aus Kettenreihen bestehendes Flecht­werk) sind an den mit der Visegráder Madonna zusammenhängenden Reliefs von Tommaso Fiamberti in Urbano und Florenz zu entdecken. Nicht zuletzt weisen auch die mit Obstgirlanden verzierten Teile des Herkulesbrunnens auf die Kenntnis der Formhandhabung des besagten Meisters hin. Hinter den Vise­gráder Bildhauerarbeiten taucht anhand Analogien, Stil- und Formverbindun­gen die Gestalt Desiderio da Settignanos auf, und die Meister, deren Namen als Schöpfer erwähnt werden, können als Schüler oder Nachfolger mit diesem flo­rentinischen Bildhauer, der in der zweiten Hälfte des Quattrocento mit seinen Werken typisierend wirkte, in Zusammenhang gebracht werden. Die figuralen Kompositionen der Bildhauerkunst des Visegráder Palastes aus der Zeit des Königs Matthias entstanden unter diesem Einfluß.

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