Lővei Pál szerk.: Horler Miklós Hetvenedik születésnapjára Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 4. Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1993)
G. Lászay Judit: A szécsényi ferences kolostor oratóriuma
Das Oratorium des Franziskanerklosters von Szécsény Judit G. Läszay Das im Komitat Nógrád, an dem von Buda aus in das Oberland führenden verkehrsreichen Handelsweg liegende Szécsény war im Mittelalter ein blühender Marktflecken. Die Franziskaner ließen sieh 1332 auf Grund einer päpstlichen Genehmigung hier nieder. Ihre Kirche und ihr Kloster erbauten sie an der südwestlichen Ecke der Stadt neben der Stadtmauer. In das auch mittelalterliche Teile beinhaltende, im heutigen Zustand barocke Kloster zogen die Mönche im Herbst 1989 nach vier Jahrzehnten wieder ein. Im ersten Schritt der mit der Erneuerung parallel laufenden und auch heute andauernden Erforschung kam es zur Lokaluntersuchung des gotischen Saales oberhalb der plastisch reich geschmückten Sakristei. Die zum Vorschein gekommenen Eckquader bezeugen, daß die Sakristei mit dem ebenfalls auf Mittelpfeilern ruhenden gewölbten Raum quadratförmigen Grundrisses, der sich darüber befand, während des 14. Jhs. ein eigenständiges, turmartiges, einstöckiges Gebäude bildete. Die Sakristei öffnete sich zur Kirche hin, während sich der Saal auf dem Stockwerk von Norden her durch einen aus Holz konstruierten Außengang betreten ließ. In situ haben wir die Teile eines nach Osten gehenden, steingerahmten gotischen Fensters kleinen Formates gefunden, die restaurierbar sind und gezeigt werden können. Auf der gegenüberliegenden Seite kamen ein Fenster und eine Tür, die zu einer späteren mittelalterlichen Periode gehört haben könnten, zum Vorschein. Zu dieser Tür gelangte man in dieser Zeit schon von der Wendeltreppe aus, die sich an der Verbindung zwischen Chor und Kirchenschiff befand. Die Abschaffung der vorherigen Türe war Folge der Kapellenerrichtung, die den Chor nach Norden hin begrenzte und deren polygonalen Chorteil und Strebepfeiler wir gefunden haben. Zweimal mußten die Mönche das Kloster wegen der Türken verlassen, erstmals zwischen 1544 und 1593 und später von 1663 bis 1689. Die Szene der Kreuzigung, die an der Nordwand der Kirche oberhalb des zu der Kapelle gehenden Guckfensters entdeckt wurde, ist der Beweis des im 17. Jh. für kurze Zeit aufblühenden Gemeidelebens, dem die zweite türkische Eroberung ein Ende setzte. Der Rest der türkischen Wandmalerei aus dieser Zeit an der Südwand besitzt eine große Bedeutung. Von der Wandmalerei, die die Wände des damals zweigeteilten Saales wie Teppiche bedeckte, ist heute lediglich ein Eselsrücken mit einer Tulpe an der Spitze zu sehen. Die zurückgesiedelten Franziskaner hatten seit den 90er Jahren des 17. Jhs. bis zur Mitte des 18. Jhs. ihr zerstörtes Kloster und die Kirche in mehreren Phasen wiederaufgebaut. Den mittelalterlichen Gebäudeteil, wo sich das Oratorium befindet, gliederten sie, ihn im Westen mit einem Gang erweiternd, in den barokkén Ostflügel ein.