Valter Ilona szerk.: Entz Géza Nyolcvanadik születésnapjára Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 2 Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1993)

Kovalovszki Júlia: Árpád-kori bronzöntő műhely Feldebrőn

Árpádenzeitliche Bronzegießrei in Feldebrő Júlia Kovalovszki In der aus dem 11. Jahrhundert stam­menden, aber mehrmals umbauten Kirche von Feldebrő und in ihrer Umge­bung haben wir zwischen 1972-1982 der Wiederherstellung vorangehende ar­chäologische Forschungen durchgeführt. In der Nähe des östlichen Chores der Kirche, unter der im 15. Jahrhundert errichteten Umfangsmauer sind die Reste eines frühen, wahrscheinlich gleichfalls aus dem 11. Jahrhundert stammenden Steingebäudes zum Vorschein gekommen. Dieses Gebäude wäre vielleicht mit dem durchaus kurzlebigen Münster von Debrő zu identifizieren, über dessen ehemaliges Bestehen lediglich eine einzige schriftliche Quelle aus dem 13. Jahr­hundert berichtet. Unter den Ruinen des frühzeitig verwüsteten Baues wurde eine Bronzegießwerkstatt errichtet. In ihrer Werkstattsgrube haben wir einen kreuzförmigen Feuerungskanal freigelegt, der zum Brand der Tongußformen gedient hat. In der Auffüllung der Grube waren winzige Bronzeklumpen, die Fragmente der mehrschichtigen Verschmierung der ausgebrannten Mantelung des Gußes und gebrannte Steinbröckel aufzufinden. Anhand der vorgekomme­nen Überreste konnte der Prozeß der Bronzegießrei rekonstruiert werden, wie ihn im 11. Jahrhundert von Theophilus Presbyter beschrieben müde. Aufgrund der Bruchstücke der Gußform läßt sich annehmen, daß in der Werkstatt nicht eine Glocke, sondern wahrscheinlich ein Taufbecken gegossen wurde. Der Fundkomplex wird durch die Münze von Béla III. (1172-1196) auf das Ende des 12. Jahrhunderts dauert. Die ursprünglich zentral angeordnete Kirche, wo man 1044 Sámuel Aba begra­ben hat, Wirde an der Wende des 12-13. Jahrhunderts zu einem Langhausbau umgewandelt. Von diesem Zeitpunkt an hat sie als Pfarrkirche funktioniert, und in dieser Zeit hat man auch angefangen, sich ringsherum bestatten zu lassen. Die Kirche und der Friedhof wurden von einem großen Graben umgeben. Während der Errichtung dieses Grabens wurden die Reste des Steingebäudes großenteils vernichtet und zum Teil auch die Bronzgießwerkstatt durchschnitten.

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