Valter Ilona szerk.: Entz Géza Nyolcvanadik születésnapjára Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 2 Országos Műemlékvédelmi Hivatal, 1993)

Gerő Győző: A török falfestészet magyarországi emlékei

Die Denkmäler der türkischen Wandmalerei in Ungarn Győző Gerő Von den türkischen Baudenkmälern Ungarns waren es die ihre bedeutendste Gruppe bildenden Dschamis, deren innere Wandoberflächen man immer bestrebt hat, reich zu dekorieren. In der inneren Dekoration der Dschamis auf dem türkischen Besatzungsgebiet fehlen die umsonst im 16-17. Jahrhundert weit und breit verbreiteten Wandfliesen voll­kommen. Statt dieser findet man in der erhaltengebliebenen Bauten - wenn auch sehr selten - bescheidene Überreste der Wandbemalung. Sie versuchen zum Teil, die Farbenwelt und den Musterschatz der Wandfliesen nachzuahmen, sind aber bloß die überaus provinziellen und weitgehend vereinfachten Variatio­nen der letzteren. Die bedeutendsten Uberreste türkischer dekorativer Wandmalerei sind in Pécs, in der Jakowali Hassan Pascha-Dschami zum Vorschein gekommen, wo auf­grund der freigelegten Details die Originalbemalung vollkommen rekonstruiert werden konnte. Hier dominiert vor allem die üppige Pflanzenornamentik, obwohl die in Kartuschen gefaßten Koran-Zitate ebenfallt seltene und qualitäts­volle Denkmäler der Kalligraphie sind. Die türkische Wandbemalung der mittelalterlichen Hl. Annakapelle von Szé­kesfehérvár, die in den 30er unseres Jahrhunderts freigelegt wurde, und eine sti­lisierte Zypresse zwischen zwei Dattelpalmen darstellt, repräsentiert ein aueror­dentlich hohes Niveau. Ihre unmittelbare Analogie läßt sich an der Wandmalerei der Karadjoz-Bez-Dschami in Mostar auffinden. Einige kleinere Details der Bemalung mit Inschriften sind noch aus der Gasi Kassim Pascha-Dschami in Pécs bekannt. Anläßlich der Restaurierung der mittelalterlichen Liebfrauenkirche (der heu­tigen Matthiaskirche) in Buda am Ende des 19. Jahrhunderts sind Fragmente von Steinmetzarbeiten gefunden worden, die mit Pflanzenornamentik bemalt sind, und zu der aus der Liebfrauenkirche herausgebildeten Büyük-Dschami gehört haben. Das worherrschende Element des Musterschatzes der türkischen Wandmalerei in Ungarn ist erstens die florale Ornamentik und zweitens - mit der Funktion der Dschamis eng verbunden - die Kalligraphie. Während der Freilegung der Bemalung der Jakowali Hassan Pascha-Dschami war zu beobachten, da die aus sich wiederholenden Elementen bestehende Mo­tivreihe mithilfe einer Patrone an die Wändoberfläche aufgetragen wurde. Wei­terhin war es feststellbar, daß unsere sämtlichen gefundenen Malereiüberreste mit al secco-Technik gefertigt wurden. In den türkischen Provinzien des Balkans gibt es zahlreiche Beispiele dafür, daß Dschamis, aber auch Türben und Derwischklöster mit Bemalung verziert wurden, und zwar nicht nur im 16-17. Jahrhundert, sondern auch sozusagen bis auf den heutigen Tag. Davon erwähre ich hier ein einziges Beispiel, die dekorati­ve Wandmalerei der Aladscha-Dschami in Fotscha, die außergewöhlich qualitäts­voll ausgeführt ist, wirklich der Komposition der Isniker Wandfliesenbekleidun­gen folgt, und hinsichtlich der Farben und des Musterschatzes die Nachbildung der letzteren zu sein scheint. Die nächsten Parallelen zu den Denkmälern der türkischen Wandmalerei in

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