Varak és kastélyok (A 25. Egri Nyári Egyetem előadásai 1995 Eger, 1995)

Előadások: - Josef Maier: Várhelyreállítások műszaki megoldásai Németországban

Wachsei von Wärme und Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit aufzufangen und damit eine we­sentliche Ursache für die Zermürbung der oberen Stein- und Mörtelschichten auszuschalten, ist eine bewußte Bepflanzung sanierter Mauerabschlüsse höchst wirksam: Die oberste Stein- und Mörtelschicht, neu aufgebracht, wird als leichte Mulde ausgebildet. In ein 5-6 cm starkes Mörtelbett, frisch aufgetragen, werden Rasensoden mit dem Pflanzenwerk nach unten und den Wurzeln nach oben, aufgelegt und in den frischen Mörtel gedrückt, darauf wiederum Grassoden in normaler Lage aufgelegt, daß die doppelte Grassodenschicht ein biolo­gisches Polster auf den Maueroberflächen bildet. Die zuerst aufgelegte Grassodenschicht dient als Nährboden für die zweite. Das in Jahren sich verfestigende Gras- und Trockenpflanzenpolster fängt einmal die direkten Temperaturschwankungen ab, im Sommer oft bis zu 30° Celsius zwi­schen Tag und Nacht, zum anderen kann Regen in solch biologisch arbeitenden Deckungsschich­ten wie durch einen Schwamm aufgenommen und aufgesogen werden, ohne daß Regenwasser an den Außenwandflächen herunterfließt, dort eindringt und Verwitterungsschäden anrichtet. Es erscheint selbstverständlich, daß man eine solche Mauerbegrünnung nur vornehmen kann, wenn diese nicht in unmittelbarem und unbeaufsichtigtem Zugriff von Burgenbesuchern liegt. Die oben angedeuteten Methoden und Möglichkeiten, Ruinenmauern zu sichern, beruhen auf dem heutigen denkmalpflegerischen Grundkonsensus, Ruinen in ihrer Geschichtlichkeit bis zum heutigen Tag in dieser uns überlieferten Form zu erhalten und an die nächste Generation weiterzugeben, sie in einer quasi Momentaufnahme festzuhalten und zu konservieren. Dabei wird es immer zu Konflikten kommen müssen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Liebhaber von Burgruinen sehen ein jegliches sanierendes und konservierendes Verändern des Ruinenbestandes als Sakrileg an, als Schändung historischer Substanz. Die lebendige Ruine, die sich zum Unter­gang hin entwickelnde Ruine, die durch Verfall, immer stärkerer Einbindung und Verein­nahmung durch die Natur, aber auch durch Authentizität der, wenn auch weniger werdenden De­tails, sich auszeichnet, ist das Ideal. Sie sehen besonders den authentischen Gegenwartswert der Ruinen und der Ruinenmauern, das Museale am erhaltenen Bestand. Doch der Bestand an Burgruinen ist nicht nur museal, gleich in einem gesicherten Museum untergebracht, er ist dem Wetter ausgesetzt und von Abnutzung durch Besucher und Bewirtschaf­tung bedroht. Im Gegensatz zu Musealem wird er meist genutzt und gebraucht. Und aus der Nutzung und Bewirtschaftung schließen sich zwangsläufig an, daß man den Bestand auch noch in der nächsten Generation zur Verfügung haben möchte. Aber auch die rein moralische Forde­rung und Verpflichtung ist legitim, Ruinen zu erhalten durch Sanieren und Restaurieren, um sie den Nachfolgenden weiterzugeben. In Kauf zu nehmen sind sodann Veränderungen, die durch erhaltende Maßnahmen notwendig sind. Ein Ruinenbestand, sanierend erhalten, erscheint nach­folgenden Generationen wertvoller als ein erinnernder übriggebliebener Rest, selbst wenn in do­kumentierenden Werken die frühere Ganzheit der Ruinenanlage noch gegenwärtig ist. Die Aus­gewogenheit jeder Sanierungsmaßnahme muß sich an jedem Ort neu orientieren. Perfektion und Konsequenz der Arbeiten an den Ruinen richten sich nicht nur nach dem verfügbaren Geld, son­dern nach Mentalität und Erhaltungswillen. Dies sei als letztes nicht verschwiegen, daß sich his­torische Ruinensubstanz in aufgebauten und wieder errichteten Burgen mit undiskutabler Selbst­verständlichkeit in der Gänze über Jahrhunderte erhalten hat. Was wäre heute von den ehemaligen Ruinen der Burg Stolzenfels und Burg Sooneck übrig? Nicht nur der Verwitterung wurde durch den Ausbau Einhalt geboten, sondern auch der Begehrlichkeit vor weiterem Abb­ruch zu anderweitigen Bauztwecken. Die Burgruinen der Altenbaumburg an der Nahe und des Steinenschlosses in der Pfalz verloren noch Mitte des vorigen Jahrhunderts ihre prächtigen stau-

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