Műemlékállományunk bővülése, új műemlékfajták (Az Egri Nyári Egyetem előadásai 1987 Eger, 1987)
Nováki Gyula: Őskori és középkori földvárak Magyarországon
Diese gezeigten Denkmale und Denkmalschutzbereiche lassen sich problemlos in die „traditionellen" Denkmalkategorien einordnen. Kompliziert und fragwürdig wird die Situation, wenn ein ganzes historisches Stadtviertel rekonstruiert und wesentlich mit Gebäuden in moderner Plattenbau-Technologie bebaut wird. In Halle ist das im Baugebiet „Domplatz" der Fall. Es ist ein Gebiet mit noch mittelalterlichen Straßenstruktur (Dia: Luftbild.) Die städtebauliche Neubauplanung hat im Prinzip die historische Straßenstruktur aufgenommen, die Straßen sind aber aus bautechnologischen und hygienischen Gründen verbreitert worden und teilweise platzartig aufgeweitet (Dia: Bebauungsplan). Völlig neu für Halle ist die Gestaltung. Die Architekten haben sich bemüht, den Montagebauten ein typisches, individuelles Gesicht zu geben. (Dias: Neubauten Domplatzgebiet) Die Durchsetzung dieser Bauweise muß aber auch als Ausdruck einer erreichten Entwicklungsstufe unserer sozialistischen Gesellschaft gesehen werden. Damit sind diese Gebäude und die städtebauliche Situation ein Zeugnis der Geschichte der DDR — wie es in unserem Denkmalpflegegesetz formuliert ist. Ich habe dieses extreme Beispiel gewählt, um die Problematik besonders deutlich zu zeigen. Die Erfahrung lehrt uns, daß einige Jahre vergehen müssen, um in Rückblick die ästhetische, kulturelle und politische Qualität solcher jungen Bauwerke mit einiger Sicherheit beurteilen zu können. Für uns leitet sich daraus die Aufgabe ab, solche Objekte aus der Zeit seit dem Bestehen der DDR aufzuspüren, die eventuell eine Denkmalwürdigkeit besitzen. Das gegenwärtige Zielbesteht darin, diese Objekte prophylaktisch in ihrem originalen Erscheinungsbild für die folgenden Generationen zu erhalten und sie wissenschaftlich zu erforschen und zu interpretieren. Wir werden also in der DDR keine neuen Denkmalkategorien schaffen, sondern auf der Grundlage des bestehenden Denkmalpflegegesetzes die Erforschung der denkmalwürdigen Objekte der jüngsten Geschichte weiterentwickeln. Um die Erfassung und Erforschung solcher Objekte zu motivieren und zu intensivieren, sprechen wir von „Denkmalen der Geschichte der DDR". Werden Objekte nach erfolgter wissenschaftlichen Überprüfung dann endgültig zu Denkmalen erklärt, werden sie in die jeweiligen vorhandenen Denkmalkategorien eingeordnet. Der neue breitere Denkmalbegriff bringt uns in Berührung mit Bauten und Gegenständen die, von den jüngsten geschichtlichen Ereignissen, vom Leben und Wirken von Kollektiven oder einzelnen Persönlichkeiten zeugen, deren politische Kämpfe oder kulturelle Leistungen aus beeindrucken. Wir werden an Hand der gegenständlichen Hinterlassenschaft bekannt mit dem Lebens- und Arbeitsverhältnissen der werktätigen Klassen und Schichten des Volkes, mit der Geschichte der Produktivkräfte und der Technik. Es entstanden Bauten und Anlagen, die für die Entwicklung in unserem lande typisch sind. All diese Objekte empfanden wir zunächst gar nicht als Denkmale. Je mehr wir aber einen zeitlichen Abstand von ihnen gewinnen, umso mehr wird ihr Denkmalcharakter und ihre historische Aussagekraft sichtbar. Die Denkmale aus der Geschichte der DDR sind in den Denkmalüsten deutüch unterrepräsentiert. Seit etwa 1980 sind wir bemüht, die denkmalwürdigen Objekte systematisch und planmässig festzustellen, ihre Substanz zu erhalten und ihre gesellschaftliche Erschließung zu sichern. Das ist eine offensichtlich schwierige Aufgabe. Selbst den Menschen, die die zeit seit Bestehen der DDR bewußt miterlebt haben, sind die Schauplätze der Ereignisse nicht immer im Gedächtnis. Wenn die Schauplätze gesamtstaatlicher Aktionen schon als geschichtliche Zeugnisse gelten, so wird das durchaus nicht angenommen von Bauten, die unserer Zeit entstammen, aber zu selbstverständlich erscheinen, als daß ihnen ein geschichtlicher Wert beigemessen würde. Denkmalpflege ist aber keine Sache nur des Gestern, sondern auch des Heute und Morgen. Die stummen Zeugen der DDR-Geschichte sind neu oder erneut in das Bewußtsein zu heben. Das Institut für Denkmalpflege hat aus den genannten Gründen eine Publikation in Arbeit, in die bereits erklärte Denkmale und vor allem eventuell denkmalwürdrige Zeugnisse der Geschichte der DDR aufgenommen und beschrieben werden. Diese Publikation wird 1989 aus Anlass des 40. Jahrestages der DDR erscheinen. Daß man nicht alles erhalten und oft auch nicht unverändert erhalten kann und nicht nuß, erschwert die Auswahl für eine endgültige Denkmalerklärung. Wir haben zwar relativ gültige historisch-politische Krieterien für die Auswahl, aber die ästhetischen Kriterien sind dagegen noch nicht ausgereift. Wir haben eine für die Denkmalpflege einmalige Situation: eine Auswahl treffen zu können, die die Entwicklung der DDR in ihren wesentlichen Etappen und auf den entscheidensten Gebieten repräsentiert. (Dia: Caprolaktam-Anlage Leuna) So geht es nicht um neuentstandene Produktinsbetriebe schlechthin, sondern um solche, die Schlüsselfunktionen für die wirtschaftliche Entwicklung im territorialen Rahmen oder im Republikmaßstab besitzen und nach Möglichkeit auch für uns neue Bautechnologien und eine neue Architektur demonstrieren. (Dia: Neubauernsiedlung) Die Neubauerngehöfte aus der Zeit der demokratischen Bodenreform sind nicht mit den Bauernhöften vergangener Geschichtsepochen zu vergleichen. Die Neubauerngehöfte verdeutlichen eine revolutionierende, auf die gesamte Gesellschaft ausstrahlends Entwicklung und enthalten damit nicht nur historische, sondern wesentliche politische Aussagen. (Dia: Hochhaus an der Weberwiese, Berlin, 1952) Das Hochhaus an der Weberwiese in Berlin, erbaut 1952, wird dem Betrachter heute als ein keineswegs ungewöhnliches, als ein unmodernes älteres Wohnhaus erscheinen. Erst die Kenntnis, daß es sich hier um des erste nach 1945 in Trümmerfeld deß Berliner Ostens gebaute Hochhaus handelt, begründet seine Denkmalwürdigkeit. Weitere Beispiele aus der laufenden Erfassungsarbeit sind die Pädagogische Hochschule (Dia: Pädagogische Hochschule) von 1950—1955; ein erster repräsentativer Arbeiterwohnungsbau in Halle von 1952 (Dia: Wohnhäu-