A népi építészet védelme (Az Egri Nyári Egyetem előadásai 1985 Eger, 1985)

Margarete Vyoral-Tscapka: Schutz und Erhaltung der Denkmäler der Volkarchitektur in Österreich

oder einen Schuppenpanzer umhüllt. Der Schmuck besteht aus Friesen an den Blockwänden und reichgeschnitzen Pfettenköpfen. Den ältesten Baubestand findet man in Vorarlberg in Gegenden, die im 19. Jh. wirtschaftlich unterent­wickelt waren, etwa dem Montafon. Die dort erhaltenen Höfe gehören eher noch dem 17. und weniger dem 18. und 19. Jh. an. In Vorarlberg stehen 23 Häuser unter Denkmalschutz, so als einer der letzten Überreste des alten Dorfzentrums von Gaschurn das Frühmesserhaus. In der Gemeinde Lustenau wurden Ende der 70er Jahre sämtliche noch vorhandene Rheintalhäuser erfasst, um einem weiteren Verfall und eventuellen Abbruch vorzubeugen. Das Schlossguggerhaus im Oberdorf in Dornbirn, erbaut im 15. Jh., wurde durch Privatinitiative des Eigentümers einer Gesamtrenovierung unter­zogen. Das Kaplanhaus in Dornbirn wurde renoviert und steht für kulturelle Zwecke zur Verfügung. In der Gemeinde Schwarzenberg wurden alle Gasthöfe und Bregenzerwaldhäuser saniert. Im Raumplanungsgesetz des Landes Vorarlberg von 1973 wurde die Erhaltung und Pflege des Landschafts- und Ortsbildes verankert. Ausserdem schreibt dieses Landesgesetz den Gemeinden vor, denkmalgeschützte Objekte in den Flächenwirdmungsplänen ersichtlich zu machen. Um viele Restaurierungen bemüht sich der Heimatpflege- und Mu­seumsverein Vorarlberg. Im nordwestlichen Teil des Bundeslander Tirol, also im Ausserfern und im Lechtal, finden sich ausschliesslich Einhöfe, es sind Mittertennhöfe mit Mittel- und Eckflurgrundriss im Wohnteil. Die Häuser sind zur Gänze in Holz errichtet, als Block- oder Riegelbauten, und an den Rückfronten mit senkrechten Brettern verschalt, während die Haus­front schon seit dem 18. Jh. verputzt und mit „Lüftlmalerei" geschmückt wurde, ab dem 19. Jh. auch sparsam mit Stuck. Für die Wohnräume charakteristisch sind geschnitzte Wandtäfelungen und Stuckdecken. Im Tiroler Oberland, das westlich von Telfs beginnt und das obere Inntal und seine Seitentäler umfasst, ist die Hof- und Hauslandschaft sehr vielfältig. Paarhöfe überwiegen in den Einzelhofsiedlungen und in den Dörfern. Sie be­stehen aus mächtigen gemauerten Wohnhäusern und holzgezimmerten Stadeln. Bei den Wohnhäusern dominiort die Seitenflurlage, Küche und Stube liegen hintereinander. Häufig findet sich das Durchfahrtshaus, die Durchfahrt in den Stadel (entweder an der Seite oder in der Mitte des Wohnhauses) bildet zugleich auch den Zugang zu den Wohnräumen. Bei den grossen Einkehrgasthöfen wurde die Durchfahrt durch einen breiten Flur ersetzt, dieser und die Küche sind ge­wölbt. Die Hausfront trägt Fresken- oder Sgraffitoschmuck (ab dem 16. Jh.), gelegentlich finden sich geschnitzte und bemalte Bundwerkgiebel. Im mittleren Inntal und im Wipptal (zwischen Innsbruck und Brennerpass) gibt es fast ausschliesslich Einhöfe mit flachen Satteldächern. Es sind Mittertennhöfe: die breite Tenne, die mit dem Wagen befahren wird, führt mitten durchs Haus, von ihr gelangt man auf der einen Seite in Stube, Küche und Kammer, auf der anderen Seite in den Stall. Der gesamte Dachraum auch über dem Wohntrakt wird als Heulege benutzt. Manchmal gibt es auch parallel zur Tenne einen schmalen Hausgang. Bei Höfen in starker Hanglage befindet sich die Tenne im Ober- oder im Dachgeschoss, der Stall hangwärts an der Rückseite des Hauses. Der Wohnteil ist zumeist im Erd- und obergeschoss gemauert, Stadel und Dachstuhl sind in bretterverschaltem Bundwerk gezimmert. Typische Zierformen sind die reich geschnitzten Bund­werkgiebel aus dem 18. und 19. Jh. und die Erker an den Hausfronten bei Häusern in geschlossenen Strassenzügen. Freskenschmuck gibt es seit dem 16. Jh. bis heute. Für das Tiroler Unterland sind die breit gelagerten, langgestreckten mehregeschossingen Einhöfe mit flachen Pfettendächern charakteristisch, die ursprünglich zur Gänze in Holz gezimmert waren. Das Erdgeschoss wurde im Laufe der Jahrhunderte fast überall durch einen Mauerhau ersetzt. In den Bergbaugebieten war das Erdgeschoss schon im 16. Jh. gemauert, die Tür- und Fensterrahmungen waren aus Marmor. Das Wohnhaus der Mittertennhöfe des Tiroler Unter­landes ist als Mittelflurhaus angelegt, mit vier Räumen im Unter- wie im Obergeschoss. Die weit vorkragenden First­pfetten sind reich geschnitzt und bemalt, ebenso die Holzteile der Gänge, die das Obergeschoss an drei Seiten umgeben. Ausserdem gibt es Haufenhöfe (südlich von Kitzbühel) und Paarhöfe an den Hängen des Zillertales. Charakteristische Neben gebäude des Emhofs sind die freistehenden Futterställe und grossen Tenngebäude mit der Dreschtenne im Erd­geschoss und Raum für Getreidelagerung im Obergeschoss. Ausserdem ist im Erdgeschoss der Getreidekasten eingebaut, der von aussen zugänglich ist. Diese Gebäude sind reine Holzblockbauten. Weitere heute schon selten gewordene Nebengebäude sind Kornkasten, Backofen, Brechelhütte und das Aus­gedinge für die Altbauern. In Osttirol gibt es Paarhöfe mit Nebengebäuden und Einhöfe im unteren Iseltal und im Pustertal. Die Häuser schauen mit der Giebelseite talwärts. Es dominiert der Holzblockbau, nur das Erdgeschoss des Wohnteils ist zuweilen ge­mauert, typisch ist auch hier der umlaufende Balkon im Obergeschoss. Wichtigste Nebengebäude sind die meist gemauerten Kornkästen und freistehende Leitern, Harpfen genannt, auf denen Getreide, aber auch Hülsenfrüchte, zum Nachtrocknen aufgehängt wird. Früher gab es in Osttirol viele Mühlen, diese werden aber immer seltener. In Tirol wurde bereits 1908 zur Erhaltung historisch gewachsener Stadt- und Ortsbilder der Verein für Hei­matschutz als erster in Österreich gegründet. Die Bewahrung historischer Bausubstanz in Stadtkernen und dörflichen Ensembles wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch die rasche Konjunkturentwicklung und den anwachsenden Frem-

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