A népi építészet védelme (Az Egri Nyári Egyetem előadásai 1985 Eger, 1985)
Margarete Vyoral-Tscapka: Schutz und Erhaltung der Denkmäler der Volkarchitektur in Österreich
Die ältesten erhaltenen Denkmäler volkstümlichen Bauens in Österreich reichen ins 15. Jh. zurück.Die Tradition der seit damals sich entwickelnden bäuerlichen Architektur bestimmte das Bauen noch weit ins 20. Jh. hinein, bei ziegelgemauerten Bauten bis in die 50er Jahre. Aus dem Bereich des oberösterreichischen Vierkanthofes sind sogar einzelne Beispiele gänzlich neu errichteter Höfe aus den 1980er Jahren bekannt, die die Vierkantform, freilich in moderner Bautechnik und in modernen Baustoffen, variieren. Das traditionelle Bild der bäuerlichen Hauslandschaft Österreichs in der Vielfalt der Typen Einzelformen und ihres durch bauliche Entwicklungen mehrerer Jahrhunderte geprägten Charakters blieb bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts erhalten. Gesamte Höfe wurden nur dann abgetragen, wenn sie durch Brand-oder Katastropheneinwirkung zerstört oder infolge mangelnder Betreuung einem „natürlichen" Verfall ausgeliefert waren. Die Bedrohung dieses Bestandes setzte sichtbar erst in den 60er Jahren ein, als die Techniken, Materialien und Gestaltungweisen der zeitgenössischen ,jnodernen" Architektur der Städte in das ländliche Bauen Eingang fanden, zunächst bei der Renovierung des Vorhandenen, dann bei den immer häufiger auftretenden Erneuerungen von einzelnen Bautrakten, Wirtschaftsgebäuden oder ganzen Höfen. Einen Höhepunkt erreichte dieser Prozess in den 70er Jahren, und erst ab diesem Zeipunkt setzten konkrete Massnahmen zum Schutz des bedrohten bäuerlichen Architekturbestandes ein. Von Seiten der Denkmalpflege wurde das Problem der gefährdeten Denkmäler der Volksarchitektur zuerst im Rahmen der Inventarisation aufgegriffen. In der Österr. Kunsttopographie, die seit 1907 erscheint und bisher 46 Bände unfasst, wurde bereits 1916 für Wien ein Band herausgegeben, in dem die historisch gewachsene Struktur des Strassenund Häuserbestandes kartographisch dargelegt und die charakteristischen historischen Haustypen vorgestellt wurden. 1919 wurden bei Vorarbeiten für die Topographie des westlichsten Bundeslandes, Vorarlberg, erstmals auch Bauernhöfe, Stuben, Wirtschaftsgebäude und Holzbrücken notiert und fotografiert, der Band erschien allerdings nie. 1930/35 gelang es bei der topographischen Erfassung des Denkmälerbestandes des Burgenlandes, parallel zum kunsthistorisch ausgerichteten Inventar der Kirchen, Burgen und Schlösser auch ein Inventar von Objekten der Volkskunst zu erstellen, das die Siedlungsstrukturen, Haus- und Hofformen, bedeutende Einzelobjekte und Volkskundliche Sammlungen beinhaltete. Diese Publikation blieb jedoch ohne unmittelbare Nachfolge. Noch 1964 wurden in der Kunsttopographie des Gerichtsbezirkes Lambach, OÖ, und 1974 in jener des Bezirkes Oberwart, Bgld., nur einzelne herausragende Beispiele ländlichen Bauens angeführt, wobei jedoch im Einleitungstext auf die Bedeutung dieser Architektur hingewiesen wurde. Dem anonymen städtischen Bürgerhaus wurde der erste Band der Kunsttopographie der Stadt Innsbruck gewidmet. Er erschien 1972 und enthält ausschliesslich den Bestand an Profanarchitektur des Altstadtbereiches. In diesem Band sind erstmals Wohnhäuser-insgesamt rund 900 —vor allem des Spätmittelalters und der Renaissance sowie des 17. und 18. Jahrhunderts mit ihren wesentlichen Merkmalen des Äusseren und Inneren beschrieben und zum grossen Teil auch durch Abbildungen dokumentiert. Diesem Band folgte 1981 ein wieterer mit den äusseren Bezirken der Stadt Innsbruck. Er umfasst einen vielschichtigen Bestand aus dem 15. bis zum 20. Jahrhundert mit den verschiedensten Gattungen des Wohnhausen: Handwerkerhaus, Bauernhaus,Geschäftshaus,Miethaus, Villa, Landschloss. Ähnlich bearbeitet wurde der Altstadtbereich von Linz (1977) und eine Vorstadt von Graz (1984 erschienen). Ich selbst war im Rahmen der Bearbeitung der Denkmäler des Gerichtsbezirkes Wels, OÖ, für die Österreichische Kunsttopographie, mit der ich 1977 betraut wurde, mit dem Problem der gefährdeten bäuerlichen Architektur an Ort und Stelle konfrontiert. Dem traditionellen Konzept der Kunsttopographie gemäss sollte eine Auswahl von etwa 30 bedeutenden Objekten aufgenommen werden. Angesichts der Fülle des damals noch vorhandenen Bestandes und der Schwierigkeit, eine Auswahl zu treffen - welche Kriterien sollten angeführt werden, um eine Rangordnung der Wertigkeit vorzunehmen? - aber auch angesichts der von Bereisung zu Bereisung fortschreitende Verluste alter Bausubstanz — habe ich den gesamten Altbestand dieses Bereiches - es umfasst 13 Pfarrgemeinden - vorgenommen und dabei etwa 1700 Objekte bäuerlicher bzw. ländlicher Architektur aufgenommen, der Grossteil davon Bauernhöfe und deren Wirtschaftsgebäude, weiters Handwerkerhäuser, Sölden, alte Schulen, einige Industrieobjekte des 19. Jhs. und eine Viel-