Magyar Műemlékvédelem 1973-1974 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 8. Budapest, 1977)

Sopron műemlékeivel foglalkozó tanulmányok - Dercsényi Dezső: A soproni műemlékvédelem három évtizede (1945-1975)

unversehrt erhaltenen gereinigt und die neu zum Vor­schein gekommenen gotischen Elemente konserviert zur Schau gestellt werden. Die Arbeiten wurden von der Kirche, der Stadt und der Landeskommission für Denk­malpflege gemeinsam finanziert. Die Ergänzungen der Stuckverzierungen an den Gewölbekappen, an den Sei­tenwänden wie auch der erschlossenen gotischen Profile hat Ernő Szakái ausgeführt. Im Laufe der Wiederher­stellung kam im Chor eine dreiteilige Priestersitznische zum Vorschein. Zum Abschluß wurde die Kanzel an ihren ursprünglichen Ort, an einem vom Bombenein­schlag geschwächten und darum restaurierten Pfeiler zurückversetzt. Die Wiederherstellung der Westfassade erfolgte 1962 nach Entwürfen von János Sedlmayr, wobei die Reliefs in den Bogenfeldern der beiden Tore vom Anfang des 15. Jh. erschlossen wurden. Meines Wissens war die Bestandsicherung des Kapitel­hauses und die Restaurierung des Innenraumes der St. Georgenkirche die erste Arbeit, die die Einwohner der Stadt davon überzeugte, daß das Abtragen der im Kriege seil wer beschädigten Gebäude nicht unbedingt not­wendig sei und die Wiederherstellung der Kunstschätze zur Erschließung weiterer, bisher unbekannter künst­lerischer Details führen könnte. Ein Beispiel hiefür lieferte das Haus Új utca (Neu­gasse) 16, wenn auch die Wiederherstellung seiner Fas­sade nicht in jeder Hinsicht mit unseren Denkmal ­Schutzprinzipien übereinstimmte (Entwurf: Géza Hell). Die Restaurierung des Hauses Szent György utca 1—3 hatte die Erschließung einer Sitznischenreihe im Torein­gang, breiter, mehrfach unterteilter gotischer Fenster von ungewöhnlicher Form an der Fassade und eines Saales mit durch einen Mittelpfeiler gestütztem Gewölbe zum Ergebnis (Bild 3; Entwurf: Gyula Rieellmayr). Die ansehnlichste Arbeit jedoch war vielleicht die Restaurie­rung des Kapitelsaals des ursprünglichem Franziskaner­klosters, das bis dahin eine verwahrloste Rumpelkammer gewesen war, und nun die Stadt mit einem der schönstem gotischen Räume beschenkte (Bilel 4—5). Anläßlich eler Einweihung des als Lapidarium eingerichtetem Saals mit seinem Bildwerken unel Wanelmalereien aus dem 14. Jh. umriß Máté Major elie Zielsetzungen unel Bestre­bungen eler sozialistischen Denkmalpflege. Schließlich sei noch elie Rettung eler bildhauerischen Details des »Zwei-Mohren«-Hauses erwähnt, wenn eis sieh auch zunächst nur um die Restaurierung eler Fassade eines bekannten Denkmals hanelelte. Die Wieelerherstellungsarbeit erstreetkte sich auch auf elie nächste Umgebung der Staelt. Der Restaurierung der Maria-Magelalenenkirche in eler Se>pron ange^glieelerten Gemeinde Se)prembánfalva ist die Freilegung vem romani­schen Wanelmalereien, wie auch die Entdeckung eler — elen Zeitpunkt einer Ausmalung der Kirche verewigenden — Jahreszahl 1427 am gotise;hen Schlußstein eles Chors zu verdanken. Aufgrüne! eler Jahreszahl mußte; der gotische Chor vor diesem Zeitpunkt fertiggestellt worden sein (Entwurf: László Gerő). Nachfolgenel bot elie Aufhebung eles Karmeliternonnenordens Möglichkeit zur Wieder­herstellung des einheitlichen Innenraumes der gotischen Paulinerkirche (Entwurf: János Seellmayr). Ich möchte keineswegs die Verdienste dieser unge­fähr bis 1959 dauernden Epoche — ich könnte getrost Heldenzeit sagen — des Soproner Denkmalschutzes schmälern, doch die obige, bei weitem nicht vollständige Aufzählung mag einen jeden davon überzeugen, elaß elies eher vereinzelte »ad hoc«-Bergungsarbeiten waren, als eine Folge planmäßig vorgesehener Restaurierungen. Die Aufzählung erweckt fast den Anschein, daß wir, ab­gesehen von einigen unaufschiebbaren Bergungsarbeiten, bei eler Aufwendung eler staatlichen Geldmittel in erster Linie minder kostspieligen (es stand ja auch wenig Gele! zur Verfügung), doeh umsomehr beeindruckenden Wie­derherstellungen den Vorzug gaben. Dies war deshalb wiemtig, ela es unter den veränelerten politischen und wirtschaftliehen Verhältnissen unumgänglich notwendig war, die Stadtbehörelen und die Einwohnerschaft als Ver­bündete zu gewinnen und es sogar unbedingt nötig war, durch Erse;hließung von erstrangigen Werten elie öffent­liche Meinung eles ganzen Laneles für die Rettung der unschätzbaren Kunstdenkmäler von Sopron zu mobilisie­ren. Es ist vielleicht keine Selbstgefälligkeit, wenn ich elie Behauptung wage, daß sieh eliese Bemühungen als erfolgreich erwie;sen haben. Ich habe bereits vom gesunden Lokalpatriotismeis eler Soproner gesprochen, mit elem sie elie Rettung ihrer Schätze nicht nur freuelig begrüßtem, sondern kraft der öffentlichen Meinung auch unsere Arbeit förder­ten und — so seltsam es auch erscheinen mag — da­durch die mit zwei Grenzen verschlossene Staelt hin­sichtlich der Demkmalpflege elie Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung eles ganzen Lanele;s auf sich lenkte;. Hier in Sopron tauchte 1951 zum ersten Mal der Geelanke auf, einen neben elem Stadtrat tätigen Denk­malunterausschuß ins Leben zu rufem. Damit wurele; ein gesellschaftliches Organ geschaffen, elas sowohl der Staelt als auch der staatliehen Denkmalbehörele fach­kundig Hilfe leistete. Dem Beispiel Soprons fedgend sind heute bereits überall im Lande neben elen Komitats-, Kreis-, Staelt- und Gemeincleräten solche Unteraus­schüsse tätig. Die im Dezember 1953 zum ersten Mal veranstaltete Denkmalschutz-Landestagung elürfte viel­leie;ht als Vorläufer der zweijährlichen Tagungen der Denkmalunterausschüsse betrachtet werden. Schließ­lich, doch nicht an letzter Stelle soll erwähnt werden, elaß Sopron als erste Stadt spezielle stäeltische Statute' für elen Schutz ihrer Denkmäler in Kraft treten ließ. Kein Wunder daher, daß wir in eliesen schweren Zeiten — alle Ene;rgie des Laneles nahmen in erster Linie die Behebung eler Kriegschädem, elie Neuorganisierung unel Förderung von Industrie und Hanelel in Anspruch — Sopron, wo die öffentliche Meinung der Einwohner und ihr freige­wählter Rat sieh mit Herz unel Seele für die Rettung ihrer historischen und künstlerischen Denkmäler einsetzte und die Arbeit der staatlichen Organe förderte, zur Parole machten. Diese Gesinnung unterstützt unsere Arbeit seither — abgesehen von der kurzen Zeit des Stillstands im Jahre 1957 — bis heute ne>ch. Vielleicht erseheint die Art unel Weise, wie Sopron elie Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung eles Lande-s hinsichtlich eler Denkmalpfle;ge beeinflußte, wider­sprüchlich. Sopron hatte ihren Charakter als Erholungs­ort trotz eler Einreisebeschränk ungern bewahrt, in erster Linie natürlich für die Kurgäste eler Erholungsheime eler Gewerkschaften, die sich hauptsächlich aus den Werk­tätigem der Budapester Großbetriebe rekrutierten. In eler Staelt unel ihrer Umgebung boten vor allem Spazier­möglichkeiten und natürlich die Besichtigungen eler Denkmäler günstige Gelegenheiten. Letztere wurden meistens durch elie mit Dias begleiteten Vorträge eles Leiters des Fremden Verkehrsamtes, Károly Friedrich, eingeleitet, denen eine fachkundige, doch zwanglose Führung an Ort und Stelle folgte. Viele Tausende nah­men jährlich an eliesen, eler Denkmalpflege gewidmeten »Kursen« teil, und zahlreiche von ihnen wurden nicht nur Freunde unserer Bestrebungen, sondern au<;h Propa­gandisten unserer Sache, inelem sie nae;h eler Heimkehr nicht nur von ihren Soproner Erlebnissen berichteten, sondern auch nach ähnlichen Schätzen in ihrem Heimort Umschau hielten. I 1 Schwerlich ließe sich eler Anfang eler zweiten Periode der Soproner Denkmalschutztätigkeit an eine bestimmte Jahreszahl binden. Als natürliche Folge des Aufschwungs eler Denkmalpflege im ganzen Land darf die Einführung eler diesbezüglichen Rechtsnormen verzeichnet werden. Die im Jahre 1949 erlassene Gesetzesverordnung Nr. 13 über den Denkmalschutz, elanach elie mit der Verorel­nung Nr. 5 des Ministers für Bauwesen vom Jahre; 1961 in Kraft getretenen Landcsbaustatute unel elie Ver­abschiedung ele's Baugesetzes Nr. III von 1964 — auf­grund elessen auch elie Innenstadt von Sopron zum Denkmalsehutzgebiet erklärt werden konnte (Bilel 6) — sowie die Verordnung Nr. 1 eles Ministers für Bauwesen von 1957, die durch elie Neuorganisierung des Laneles-

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