Magyar Műemlékvédelem 1973-1974 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 8. Budapest, 1977)

Sopron műemlékeivel foglalkozó tanulmányok - Dávid Ferenc – Schőnerné Pusztai Ilona: A soproni Pozsonyi út 3. sz. ház kutatása és helyreállítása

ERSCHLIESSUNG UND WIEDERHERSTELLUNG DES HAUSES POZSONYI UTCA 3 IN SOPRON Die Baugeschichte Der Aufsatz befaßt sich mit der Baugeschichte und Wiederherstellung des Hauses Pozsonyi utca (Pozsonyi­Gasse 3) in der Vorstadt St. Michael von Sopron. Der erste Bau — ein ebenerdiges Bürgeibaus — wurde um die Mitte des 14. Jh. gebaut. In diesem befindet sich eine Stube mit einer Holzdecke. Die Fassaden konnten wir teilweise rekonstruieren. Besondere Beachtung verdiente dabei die Fensterreihe der Seitenfassade. Vom Jahre 1459 an gehölte das Haus zum Altar der Hl. Drei Könige in der Pfarrkirche. Im 3. Viertel des 15. Jh. hat man das Haus aufgestockt und in jedem Geschoß je eine Alta­ristenwohnung eingerichtet. Die Straßenfassade wurde mit einem geschlossener Erker geschmückt. Als Selten­heit ist die einfach dekorierte gotische Balkendecke im Erdgeschoß zu betrachten. Am Ende des 16., 17. und 18. Jh. wurde das Haus wiederholt erneuert. Der Aufsatz versucht, die zu diesen Bauphasen gehörenden einfachen Schmuckformen genauer zu datieren. Die Baugeschichte des Hauses seit Ende des 18. Jh. konnte schon anhand der Baupläne geklärt werden. Die Geschichte der Wiederherstellung Die Planung der Wiederherstellung des Soproner Hauses Pozsonyi utca 3 hat die Planungabteilung des Landesinspekt orats für Denkmalpflege im Herbst- 1970 übernommen. Das von uns ausgearbeitete Programm enthielt nebst der Ausgestaltung von modernen Wohnun­gen mit Vollkomfort auch die Freilegung des mittel­alterlichen Wohnhauses und die Schaustellung der zum Vorschein gekommenen bedeutenden Details. Die vorausgehende Vermessung fixierte den in tech­nischer Hinsicht verfallenen, baugeschichtlich verworre­nen Zustand, in dem das Gebäude bei Beginn der Arbeiten vorgefunden wurde. Der Straßentrakt des mittelalterli­chen Gebäudes war bereits im vorigen Jahrhundert mit dem Gebäudeflügel vom Anfang des 19. Jh. zusammen­gebaut worden. Die Straßenfassade hatte ihr mittel­alterliches Gepräge verloren. Von den mittelalterlichen Offnungen sind nur Reste und vom geschlossenen Erker bloß der Abdruck erhalten geblieben. Die Südfassade des mittelalterlichen Hauses war zur nördlichen Wand des Toreinganges vom 19. Jh. geworden. Die Öffnungsreihe aus dem 14. Jh. ist sehr fragmentarisch zum Vorschein gekommen. Von den mittelalterlichen Fenstern ist, lediglich eine einzige Fensterumrahmung aus dem 15. Jh. auf tier Südseite des Erdgeschosses er­halten. Der Innenraum des Gebäudes wurde vom 18. Jh. an in winzige Räume unterteilt. Im Erdgeschoß ist im süd­lichen Teil des Straßentraktes dit; Holzdecke aus dem 15. Jh. erhalten geblieben. Ft was schadhaft, wurde die Holzdecke des Obergeschosses vorgefunden. Den hinteren Hoftrakt des mittelalterlichen Gebäudes hatte man abgerissen. Hier sind nur die Rückwand und die Grundmauern erhalten. Der südliche Flügel aus dem vorigen Jahrhundert erfuhr seit 1858 nicht viel Ver­änderung. Von geringen Umbauten abgesehen, blieb der Grundriß und die Fassadenarchitektur unverändert. Zur Zeit der Vermessung befand sich das ganze Ge­bäude in äußerst schlechtem Zustand. Bei der Verfertigung der Ausführungspläne waren wir bestrebt, alle Ergänzungen und Anbauten unter sorg­fältiger Bewahrung der mittelalterlichen Überreste mit moderneu .Mitteln und Materialien auszuführen. Durch Abbruch des Toreinganges und des darüber gelegenen Traktes haben wir das mittelalterliche Gebäude von dem Flügel aus dem vorigen Jahrhundert getrennt und mit dem Wiederaufbau des 1963 abgetragenen Hoftraktes den Baukörper aus dem 1.5. Jh. rekonstruiert. Im Inneren des Gebäudes wurden mit Beibehaltung der gewölbten Barock Küchen die mittelalterlichen Räu­me wiederhergestellt. In beiden Geschossen ist je eint; Dreizimmerwohnung mit Vollkomfort ausgestaltet wor­den. Im Dachraum des hinteren modernen Flügels wurde eine Einzimmerwohnung mit Kochnische ausgebaut. Das neue Treppenhaus kam ebenfalls in den hinteren Flügel. Der erhaltene mittelalterliche Teil des Gebäudes erforderte eine sorgfältige Verfestigung der Konstruktion. Die vorgefundenen Hol/decken wurden restauriert und mit neuen Eisenkonstruktionen gefestigt. Der mittel­alterliche Baukörper erhielt einen neuen Dachstuhl mit steilem Neigungswinkel und weit vorspringender Holz­traufe. An der Straßenfassade haben wir den geschlosse­nen Erker vom 15. Jh. in modernéi' Fassung rekonstru­iert. Die Holzkonstruktion der aus der Fassadenflucht kaum vortretenden Stirnwand wurde auf im Dachraum untergebrachte Stahlträger gehängt. Der neue Verputz ist dem in Überresten erhaltenen ursprünglichen sowohl in Farbe, als auch in der Flächenbearbeitung ähnlich. Diii farbige Bemalung der Eckarmierung wurde ergänzt. An der südlicheil Fassade haben wir nach sorgfältiger Vermessung der Überreste die gemauerte Öffnungsreihe des 14. Jh. wiederhergestellt. Das Fenster mit Stein­umrahmung wurde, in die Öffnungsreihe eingefügt, bei­behalten. Der Flügel aus dem 19. Jh. ist unter Berücksichtigung seiner Gestaltung im vorigen Jahrhundert wiederher­gestellt worden. Im Erdgeschoß wurde ein Kaufladen, im ersten Stock und im Dachraum eine zweigeschossige Wohnung mit Vollkomfort ausgestaltet. Zwischen den beiden Gebäuden haben wir den Tor­eingang vom vorigen Jahrhundert beibehalten. Für die steinumiahmte Öffnung wurde ein neues Holztor ent­worfen. Gleichzeitig mit der Wiederherstellung des Gebäudes wurde auch der Gartenbau im inneren Hof bewerk­stelligt. Die Arbeiten wurden in guter Qualität ausgeführt. Anstelle des verfallenen Gebäudes finden wir heute ein zeitgemäßes, beachtenswertes Wohnhaus. Nebst der Innenstadt Soprons kamen in der Gegend des St.­Michael-Hügels in immer' größerer Anzahl Überreste der einstigen mittelalterlichen Stadt zum Vorschein. Das von uns wiederhergestellte Gebäude wurde zu einem bedeutenden Objekt des Stadtteils. 10 Magyar Műemlékvédelem 145

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