Magyar Műemlékvédelem 1967-1968 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 5. Budapest, 1970)

Tanulmányok - Czeglédy Ilona – Sedlmayr János: A csengeri református templom

schon mehr bekannt. Die archäologischen Ausgrabungen und die Untersuchung der Mauern vor der Restaurierung ermöglichten bereits, die Baugeschichte zu rekonstruie­ren. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Csenger­falu ist aus dem Jahre 1239 erhalten geblieben. Aus dem Jahre 1322 besitzen wir ein ausführlicheres Doku­ment, welches die Datierung der Kirche möglich macht. Andreas, Bischof von Siebenbürgen erteilt darin die Erlaubnis zum Bau einer Holzkapeile, doch ohne damit die Rechte der St. Margaretenkirche in (Csenger) Jánosi zu beeinträchtigen. Obwohl die Baugenehmigung für die Errichtung einer Holzkirche galt, ist es denkbar, daß man sie dennoch gleich aus Ziegeln erbaut hatte. Hierfür gibt es aber keine schriftlichen Belege. Das Dorf gehörte aller Wahrscheinlichkeit nach bereits im 13. Jh. der Familie Csaholyi, denn ein Dokument aus dem Jahre 1429 spricht von ihnen als Grundherren von alters her. Auch der Kirchenbau wurde vermutlieh von ihnen veranlaßt. In den schriftlichen Quellen und Steuer­listen aus dem 16. Jh. werden auch die Familien Melith, Sulyok, Kapy und Prépostváry als Eigentümer genannt. Der vormals einheitliche Gutskörper wurde aufgeteilt und war eines der Haupt Verbreitungsgebiete der Refor­mation. Die Kirche blieb bis zum heutigen Tage kalvi­nisch. Die Legende, wie sie zur reformierten Kirche wurde, wird auch von geschichtlichen Tatsachen unter­stützt. Katharina, die Tochter des Imre Csaholyi heira­tete István Petricsevich Horváth. Dieser katholische Zweig der Familie erlöschte. Anna Csaholyi ehelichte den reformierten Georg Melith von Priber und das Gut wie auch das Patronat über die Kirche wurde in der Familie Melith weitervererbt. Nach Quellenangaben bestand die Kirche bis 1707 unversehrt, fiel dann aber mit allen hölzernen Bestand­teilen einer Feuerbrunst zum Opfer. Die Glocken stürzten herab und schmolzen ein. Hiervon zeugen die bei der Freilegung gefundene dicke Brandschicht und auch die durch die Flammen verursachten Schäden an den erhalte­nen Steinflächen. Die Familie Sulyok von Legehe ließ die Kirche aus den Trümmern wiedererrichten, wobei man den einschiffigen Raum mit dem nördlichen Neben­schiff erweiterte und die Westwand der Sakristei durch­brach. Zu dieser Zeit (1713) wurden auch der Helm sowie die Spätrenaissance-Zinnenkrönung des Turmes errichtet. Im Jahre 1732 wurde das Schindeldach erneuert und 1745, unter Gábor Hadady, die geschnitzte, bemalte Holz­decke fertiggestellt. Im Jahre 1809 war bereits die Turm­uhr vorhanden und bis zum Jahre 1835 schmückten Kreuz und Stern den Turm. Damals wurde der Turm vom Blitz getroffen, wonach man an Stelle des Sterns und Kreuzes bereits eine Wetterfahne und einen goldenen Stern anbrachte. Ein größerer Umbau erfolgte noch im Jahre 1840. Damals errichtete man vor den Portalen zwei kleine Windfänge, sog. »Vorkirchen«. Aus dieser Zeit stammen ferner die Kanzel und die Einrichtung. 1880 wurde die Kirche erneut renoviert, und es heißt, daß dabei eine der Grüften einstürzte und aus ihr einige Säbel zum Vorschein kamen. In den Urkunden aus den Jahren 1769, 1772 und 1795 finden sich Eintragungen über die Ausbesserung der Mauern des Kirchhofs, der die Kirche umgab. In den Jahren 1931/32 legten Joseph Molnár und Joseph Höllriegel fünf Grüften frei. Die Gräber enthiel­ten reiches Fundmaterial: schönen Renaissanceschmuck, Waffen und Grabsteinfragmente, die gegenwärtig im Un­garischen Nationalmuseum in Budapest aufbewahrt werden. Die für den Csengerer »Schatz« erhaltene Summe wurde für die Kirchenrestaurierung verwendet. Vor der Denkmalwiederherstellung wurde der Außen­und Innenputz vollständig abgeschlagen, die authenti­schen Fußbodenniveaus festgestellt und die bauge­schichtlichen Phasen erforscht. Die wertvollsten Ergeb­nisse der Putzentfernung bestanden darin, daß die schön gemauerten schon ursprünglich unverputzten Rohziegel­fassaden zutage kamen, ferner zwei weitere Rundbogen­fenster über dem ursprünglichen Südportal erschlossen wurden. Im Kircheninnern fanden sich im Chor ver­mauerte, verputzte Grabsteine, auf der Nordseite ein abgemeißelter Grabstein ohne Inschrift, in der Südwand eine kleine Nische mit einem eingemauerten Grabstein­fragment und im südlichen Pfeiler des Triumphbogens ein Grabstein mit Wappen und Inschrift. Wie sich mit Hilfe der Jahreszahl (15 70) und des Epitaphs ermitteln ließ, wurde der Grabstein dem jung verstorbenen Meny­hért Losonczy Bánffy durch dessen Stiefvater Ferenc Mikola gesetzt. Die Putzentfernung und Mauerforschung erbrauchten den Beweis, daß mit Ausnahme des nördli­chen Anbaus und der Windfänge die Kirche das Werk einer einzigen, einheitlichen Bauperiode ist. Die Niveauforschung brachte die Decke der im Kir­cheninneren bereits 19;<2 erschlossenen Grüften bzw. am Ostende des Chors und in der Nordwestecke des Schiffes je einen neuen Grabbau zum Vorschein. Ferner hat sich erwiesen, daß beim gegenwärtigen Chor mit halben Acht­eckabschluß ein Mauerfundament vorhanden ist, das um eins mehr Ecken aufweist. Vermutlich sind dies die Grund­mauern eines Chors, der kürzer als der gegenwärtige geplant, doch nicht erbaut wurde. Im Mittelalter befand sich der Fußboden des Kirchenschiffs um 40 cm tiefer. Im nördlichen Seitenschiff hingegen lag er früher nur um 20 cm tiefer als jetzt. Dies bekräftigt auch die Annahme, daß das Seitenschiff später entstanden war. Das Funda­ment der alten Kanzel kam ebenfalls zum Vorschein. Beim Südportal wurden beim Abbruch des Windfangs und bei der Senkung des Niveaus die Schwelle und die Umrahmung des ursprünglichen Südportals gefunden. Die Freiiegung der Grüften bildete den Abschluß bzw. die Authentisierung der 1932 erfolgten Erschließung. Die an die Ostmauer des Chors anliegende Gruft war die früheste. Der darin gefundene kleine Renaissance-Ring weist auf das 16. Jh. In dem jetzt freigelegten Sarg war der im Jahre 1749 verschiedene csengerer Prediger Stephan Diószegi beigesetzt worden. In der anderen Gruft dürften fünf Personen bestattet worden sein. Aus i li­kamén Textilien und Schmuck, Ringe, Knöpfe, sowie die Gürtelkette eines ungarischen Männergewandes zutage. Diese Funde stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. Die Trasse der einstigen, in den Dokumenten erwähn­ten, Kirchhofsmauer konnte wegen der begrenzten Möglichkeiten nicht ermittelt werden, wahrscheinlich wurde die Mauer schon anläßlich der Erweiterung des die Kirche umgebenden Gartens abgerissen. Es ist der Erwähnung wert, daß beim Abbruch des nördlichen Windfanges aus dem Fundament die Frag­mente einer interessanten und schönen Renaissance­Fenstereinfassung zutage gefürdert wurden. Diese dürf­ten aus dem Melith-Palast, der neben der Kirche stand, dahin gelangt sein. Die Wiederherstellung der Kirche Die architektonische Restaurierung der Kirche wurde durch das Denkmalamt in den Jahren 1965/66 ausgeführt. Nach Vermessung und vorangehender Mauerforschung mußte vor allem der Denkmalwert der an die ursprüng­lich dreigegliederte Kirche im 18. bis 19. Jh. nachträglich angebauten Erweiterungen bzw. Anbauten ermittelt wer­den. Da die aus dem Jahre 1713 stammende nördliche Erweiterung einen organischen und sehr geräumigen Teil der kalvinischen Kirche bildet, wurde beschlossen, auch diesen Teil wiederherzustellen. Hingegen wurden die stark verfallenen Anbauten aus dem 19. Jh. vor der nördlichen und südlichen Fassade abgetragen. Durch den Abbruch der Windfänge konnten wir die frühere Baumasse der Kirche, die sie zu Beginn des 18. Jh. besaß, wiederherstel­len. Auf der Südseite des Schiffs gelang es sogar die bei­den ursprünglichen Fenster zu erschließen, die vermutlich im 16. Jh. vermauert worden waren, ferner das Südportal mit gotischer Steinumrahmung öffnen. Eine bedeutende Veränderung der äußeren Erscheinung der Kirche wurde durch die Wiederherstellung des Schindeldachs und der Rohziegelfassaden herbeigeführt. Zu der hohen mittel­alterlich anmutenden Dachung gehört unbedingt eine Schindeldecke, deshalb ersetzten wir die im 20. Jh.

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