Dr. Andrásfalvy Bertalan: A Sárköz és a környező Duna menti területek ősi ártéri gazdálkodása és vízhasználatai a szabályozás előtt (Vízügyi Történeti Füzetek 6. Budapest, 1973)

Idegen nyelvű kivonatok

ZUSAMMENFASSUNG WASSERNUTZUNG IM SÁRKÖZ UND IN DEN UMGEBENDEN ÜBERSCHWEMMUNGS­GEBIETEN DER DONAU VOR DEN GEWÄSSERREGULIERUNGEN Aufgrund von Archivmaterialien und volkskundlichen Erhebungen werden die an die Veränderungen der Donauwasserstände angepassten einstigen Wassernutzungen und Be­wirtschaftung der Ausuferungsgebiete in den Komitaten Tolna und Baranya (Südungarn) dargestellt. Die gemachten Feststellungen können aber verallgemeinert werden. Die Spuren von ähnlichen wasserwirtschaftlichen Tätigkeiten sind auch an anderen Stellen der Donau­auen in den Überschwemmungsgebieten der Theiss und der übrigen Flüsse, in Landschaften mit ähnlichen geographischen Gegebenheiten des Karpatenbeckens übrig geblieben. Unhalt­bar ist die Auffassung, deren gemäss die langgestreckten Überschwemmungsgebiete erst in der Folge der am Ende des XVIII. Jahrhunderts in Angriff genommenen und bis unsere Tage weitergeführten Hochwasserschutzmassnahmen einer Nutzung zugeleitet werden hätten kön­nen. Historische Aufzeichnungen beweisen, dass die Ausuferungsgebiete der Flüsse in Un­garn erst im Verlauf der Türkenkriege und der Türkenherrschaft (1526—1686) verödet und versumpft worden sind und diese Entwertung ist später gerade auf Einfluss der anfänglich erfolglos gebliebenen Versuche zur Fernhaltung der Hochwässer weiter angestiegen. Die althergebrachten Wassernutzungen, die anhand von reichen hydrographischen, pflanzen- und siedlungsgeographischen sowie volkskundlichen Daten dargelegt sind, waren im wesentlichen auf eine Anpassung und Zusammenarbeit mit den Naturbedingungen auf­gebaut. Zurzeit des Anschwellens der Donau (im Mai und Juni) wurde der Weg des Wassers über künstliche Einschnitte (im Ungarischen sogenannter ,,fok") und Kanäle durch die den Fluss parallel begleitende natürlichen Rücken und Wälle in die Hinterländer eröffnet. In diese Niederungen wurde das Wasser immer von der stromabliegenden Seite zugeführt, um damit eine gleichmässige Auffüllung zu gewährleisten, die Ablagerung von grösseren Fest­stoffmengen zu verhindern und beim Rückgang der Wasserstände das Wasser über einund­denselben Kanal ungestört ins Flussbett zurück zu leiten. Durch eine gleichmässige und planmässige Verteilung des Wassers konnten Verheerun­gen des Hochwassers vermieden und im seichten, sich leicht erwärmenden Wasser der Überschwemmungsgebiete optimale Bedingungen für die Vermehrung und dem Wachstum der Fische sichern. Beim Rückzug des Wassers wurden an der Mündung der Kanäle die grösseren Fische mit Sperren aus Holz und Buschwerk oder aus Netzen zurückgehalten wäh­rend die Kleineren in den Fluss zurückgelassen worden sind. Der viel gerühmte legendhafte Fischreichtum Ungarns im Mittelalter (dem nach den Bericht eines französischen Mönches aus dem Jahre 1308 nur Norwegen ebenbürtig gewe­sen ist) war also nicht einfach ein Geschenk der Natur, sondern ein Ergebnis der menschli­chen Eingriffe in Anpassung an die Natur. Uberflutet das ausufernde Hochwasser das Überschwemmungsgebiet nur für kurze Zeit und zieht sich dann beim Abflauen ungestört zurück, dann wirkt es fruchtbar auf Wie­sen, Weiden, Obstgärten und Wälder. Die Donaulandschaft war einstmal von ihrer Tierzucht, von ihren ausserordentlich reichen Obstgärten und Waldungen berühmt. Ackerbau, Ge­treidekultur spielten nur eine sekundäre Rolle neben dem traditionellen und berühmten Gartenbau auf den Inseln des Überschwemmungsgebietes. Vorwiegend Kraut, Paprika, Zwie­bel, Bohnen und Flachs wurden angebaut, wobei auch der an den Überwinterungsstellen der Tiere angehäuften Dünger verwendet worden ist. Im Zuge einer ausführlichen Beschreibung der Bewirtschaftung der Überflutungsgebiete (Fischerei, Viehzucht, Gartenbau usw.) werden auch die juridischen Fragen und Arbeits­5' 67

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