Dr. Tóth Sándor (szerk.): A Bakonyi Természettudományi Múzeum Közleményei 2. (Zirc, 1983)

DR. TÓTH SÁNDOR: Libellen und ihre Biotope im Bakony-Gebirge

durch die grösste Stadt des Gebirges, durch Veszprém fliesst. Vor ungefähr 8 bis 10 Jahren schwärmten noch den ganzen Bach entlang sogar in der Innestadt von Veszprém die Agri­on splendens. An dem Bach der sich unter der malerisch schön gelegenen Veszprémer Burg hinwindet finden wir heute kein einziges Exemplar dieser wunderschönen, von den Men­schen so oft bewunderten Insekten. Wenn man das Wasser des Baches in dem Abschnitt hinter Veszprém beobachtet ist die Verschmutzung mit blossem Auge zu sehen. Im wesentlichen kann man dasselbe von den anderen Flusswässern im Gebirge be­haupten. Praktisch sind die Libellen in jeden ausgestorben oder mindestens sehr selten geworden. Das ist die Situation in erster Reihe bei dem durch Zirc fliessendem Cuha-Bach. Die Wasserqualität des Gerence-Baches ist aber keineswegs besser. Unter den grösseren Flusswässern ist der vom Mittelpunkt des Gebirges nach Osten fliessende Gaja-Bach zu erwähnen, der einige Abschnitte mit malerischen Schluchten aufweist. Eine von diesen wird das ,,Römer-Bad" genannt und ein beliebtes Ausflugsziel. Das Wasser des Gaja-Baches ist vielleicht noch verhältnissmässig rein zu nennen. Das kennzeichnet auch die Anwesenheit der Agrion splendens entlang des Baches. Grössere Flusswässer bildeten sich in letzter Zeit aus dem beim Bauxit-Abbau aus­gehobenem Karst-Wasser. So einen gibt es zum Beispiel in der Nähe von Nyirád das so gennante Warm-Wasser (Meleg-víz), welches das Karst-Wasser des in der Umgebung betriebene Bauxit-Bergwerk angeschwellt hat. Seine Libellen-Fauna wurde noch nicht untersucht. Ähnlich zum oben erwähnten nährt sich der Kétöles-Bach auch von Karst-Wässern. Er fliesst durch den Tapolcaer-Becken in den Balaton. Bevor er den Balaton erreicht verlangsamt sich sein Lauf. Seine Vegetation ist üppig, seine Libellen-Fauna kann reich genannt werden. Die Flusswässer des Gebirges sind auch unseren Verhältnissen gemäss meistens klein, wir können sie höchstens als Bächlein oder Wässerchen bezeichnen. Im Sommer bleibt nur in den grösseren Vertiefungen etwas Wasser, das aber dann als Stehendes Wasser betrachtet werden kann. Vom Standpunkt der Faunistik aus gesehen sind diese kleinen Flusswässer durchaus die Interessanten. So zum Beispiel der Dudar-Bach wo die Agrion splendens und die Agri­on vir go zusammen vorkommen. Diese sind erst in den letzten Jahren erschienen. Es ist vermutlich eine allgemeine Erscheinung, dass von den grossen und stark versehmutzten Flüssen ein Teil der Libellen zu den kleinen aber noch reinen Flusswässern übersiedelt. Ebenfalls interessant ist der Vörös-János-Séd, das ein kleines Bächlein im Nebental des schon erwähnten Gerence-Baches ist. Das Bächlein windet sich ausbreitenden wässe­ringen Teilen des Tales. Sein Wasser ist nur hie und da, in den Vertiefungen zu sehen. Bei diesem so unbedeutend scheinenden kleinen Wasser bildete sich eine interessante Libellen­Gruppe aus. Hier leben die Pyrrhosoma nymphula, die Coenagrion ornatum und die Agrion virgo zusammen. Die Zahl der hier vorhandenen Arten ist übrigens nicht gross. Das Quellen-Gebiet des Alt-Séd (Öreg-Séd) in der Nähe von Bakonybél ist auch bemerkenswert. In den aus den Quellen rieselnden Bächlein schimmert gerade noch ein wenig Wasser. Wo sich diese Bächlein treffen, bilden sie eine morastige wässerige Fläche. Das ist wie ein grosser Schwamm, dessen tiefere Teile nie austrocknen. Warscheinlich entwickelt sich hier die Larve der im Bakony-Gebirge so seltenen Sympetrum pedemon­tanum. Drei Exemplare dieser Art konnten'wir hier sammeln, woanders im Gebirge haben wir sie nie gesehen. Da die Zeit um ist muss ich meinen Vortrag beenden. Ich konnte in dieser Zeit nur einen Teil, der in unserem Gebiet vorkommenden Biotope der Libellen vorstellen. Ich hoffe aber, dass Sie sich ein Bild von diesem Gebiet und auch von den hier lebenden Libellen-Arten machen konnten. Wenn wir bei jemandem die Interesse für das Bakony-Gebiet erwecken konnten, wäre der Betreffende bei uns immer Wilkommen, und wir würden ihm bereitwillig jeder­zeit zu den Orten begleiten die ihn interessieren. Ich bedanke mich Ihre Aufmerksamkeit!

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