Bél Mátyás: Sopron vármegye leírása III.; C sorozat 4. kötet - Sopron Város Történeti Forrásai (Sopron, 2006)
TANULMÁNY - TÓTH GERGELY : Bél Mátyás leírása Sopronról és Sopron vármegyéről: a mű és forrásai
schichte, die Bewohner, die Führungsschicht, das Wappen und die adeligen Familien des Komitats bekannt. Die Thematik und die Reihefolge der einzelnen Themenkreise des „Allgemeinen Teiles" ist gebunden, Bél ging in jeder Komitatsbeschreibung offensichtlich nach demselben Schema vor. Oft widmete der Verfasser dem einen oder dem anderen Thema besondere Aufmerksamkeit, und gab diesem Thema im „Allgemeinen Teil" einen größeren Platz, wie man dies auch im Fall von Ödenburg bemerken kann. In der Beschreibung des Ödenburger Komitats zeigt die „Naturgeographische Sektion" eine regelmäßige Form. Die Themen reihen sich in der gewöhnlichen Ordnung: Ethymologie des Namens und Grenzen des Komitats, Gebirge, Hydrographie, Landwirtschaft, Fischfang, Vogelfang, zuletzt stehen der Steinbruch in Fertőrákos bzw. die alten Münzen, die auf dem Gebiet des Komitats gefunden wurden, nacheinander. 113 Bél widmete dem Neusiedlersee ein ganzes Kapitel. In diesem übernahm er einerseits die Erwähnungen des Sees in den antiken Quellen (vermutlich identifizierte er den Neusiedlersee falsch mit der Benennung lacus Peiso, die der Name des Balatons war), dann beschrieb er seine Natur. In der Schilderung tauchen sogar „persönliche" Erlebnisse und genaue Informationen auf: er erwähnte, daß der See 1729 und 1740 völlig eingefroren war bzw. daß sein Fuhrwerk 1718 in der Gegend des Hanság steckengeblieben war. 114 (In der Notitia ist es jedoch immer fraglich, ob das erzählende Ich wirklich Mátyás Bél oder eine seiner Mitarbeiter bedeutet.) Die zwei letzten Kapitel sind interessant und ein wenig ungewöhnlich. Im zwölften Kapitel stellte der Autor den Steinbruch in Fertőrákos, seinen Aufbau und die dortige Arbeit gründlich dar, und er ging auch auf die dort in großer Zahl vorkommenden Fossilien (versteinerte Muscheln) ein. Im letzten Kapitel behandelte Bél die römischen Münzen, die auf dem Gebiet des Komitats gefunden wurden. Sein Interesse läßt sich damit erklären, daß er sich selber mit Antikenkunde beschäftigte, sie sogar in Besztercebánya unterrichtete. 115 Der Aufbau der „Politischen Sektion" entspricht auch dem der anderen Komitatsbeschreibungen, wir können hier nicht nur von strukturellen sondern auch von inhaltlichen Übereinstimmungen sprechen. In der „Geschichte" des Komitats führt Bél nämlich ähnliches im Zusammenhang mit Ödenburg, wie in den Beschreibungen von den Eisenburger, Raaber und Wieselburger Komitaten auf. Das mag natürlich verständlich sein, denn er konnte wohl nichts eigenartiges über die Geschehnisse eines Komitats sagen, besonders was die römische Epoche oder die Zeit der Völkerwanderung betrifft. Man muß auch mit der Charakteristik der Nationalitäten des Komitats vorsichtig 113 Der naturgeographische Teil: BÉL: Sopron vm. I. 29-44., die Übersetzung: ebenda, 103-118. Über die späteren Veränderungen in der Natur des Komitats: Kiss Andrea: Sopron vármegye természeti viszonyainak változása a XV1II-XIX. században. [Die Veränderungen der Naturverhältnisse des Ödenburger Komitats im 18.-19-Jahrhundert] In Br.i.: Sopron vm. 1. 279-288. 1,1 Das IV. Kapitel über den Neusiedlersee: ebenda, 32-35., die Übersetzung ebenda, 106-109. M HAAN: z.W. 22.