Házi Jenő emlékkönyv (Sopron, 1993)

Település — Társadalom — Politika — Kultúra (Források és tanulmányok Sopron város és megye történetéhez) - Mollay Károly: A soproniak harmincadvámja 1383-1542

Karl Mollay: Das Dreißigst der Ödenburger Das Dreißigst, seit 1215 bekannt, war ursprünglich ein Gebühr im Binnenhandel, wurde erst im 14. Jh. zum Zoll im Außenhandel: sei 1 1342 nach Waren eingehoben, die aus dem Ausland eingeführt wurden, seit 1380 auch nach Waren, die ins Ausland ausgef ührt wurden. Dementsprechend waren die Dreißigstämter zuerst in Binnenungarn: in Gran/Esztergom, Raab/Gyor, Ofen/Buda, Tyrnau/Nagyszombat und in Sárvár (Komitat Eisenburg/V asvár). Als der Dreißigst ein Zoll des Außenhandels wurde, mußten die Dre­ißigstämter in Grenzstädte verlegt werden: so kam das Raaber Dreißigstamt vor 1369 nach Preßburg/Pozsony, das Sárvárer hingegen vor 1383 nach Ödenburg/Sopron. Als 1402 unter mehreren Städten auch Odenburg das Stapelrecht erhielt, verpflichtete be­reitsdasGesetzallein-und ausländischen Kaufleu te ihre Waren in Öden bürg wenigstens drei Tage feilzubieten und erst im Besitze eines Dreißigslscheines weiterzureisen. Die Verlegung des Dreißigstamtes von Sárvár nach Odenburg erwies sich für die wei­tere Entwicklung der Stadt sehr vorteilhaft. Die Ödenburger Kaufleute waren dazu noch bestrebt, die Zollfreihcil, womöglichst im ganzen Lande, zu erreichen und unterließen keine Gelegenheit, diese Zollfrciheit, wenn auch nicht immer die vollständige, von den einzelnen Königen Ungarns sich bestätigen zu lassen. Der erste Dreißigsthof war in der Schlippergasse, im Meierhof des Ödenburger Ade­ligen Martin Agendorf er (1373-1403): hier mußten die Kaufleute ihre Waren verzollen. Die weiteren Dreißiger sind uns ebenfallsbekannt: alle waren oder wurden zu Ödenburger Bürgern. In den 1450 er Jahren ist der Ödenburger Dreißiger bereits sog. obrister Dreißi­ger, dem die Filialen in Rust/Ruszt und Neusiedel/Nezsider usw. unterstellt waren. Auf den Umsatz des Ödenburger Dreißigstamtes kann man daraus schließen, daß die Ödenburger Bürger laut einer Verfügung des Königs Sigismund ab 1397 aus dem Jahre­seinkommen des Dreißigstamtes jedes Jahr 200 ungarische Gulden zur Instandhaltung der Stadtmauer und des Stadtgrabens verwenden durften. Wohl mit Sigismunds Tod ( 1437) erlosch dieses Privileg und wurde erst 1483 durch König Matthias erneut. Diesem Umstand verdanken wir zwei Dreißigslrcgister aus 1483-1489, bzw. 1490, aus denen nicht nur der Umsatz, sondern auch die in der Einfuhr, bzw. Ausfuhr beteiligten Öden­burger Kaufleute, Krämer, Ladner, Fragner und Handwerker samt ihren Waren bekannt sind. Der Umsatz ging jedoch so sehr zurück, daß die Einnahmen der Ödenburger die jährlichen 200 Gulden nicht erreichten. In diesen Jahren war Valentin Alföldy, ein unga­rischer Adeliger Dreißiger in Odenburg, den wir ausführlicher vorstellen. Noch zu erwäh­nen ist, daß König Matthias 1462/63 das Dreißigst auf 5% erhöhte, wodurch dieser Zoll eigentlich "Zwanzigst" wurde. In Ungarn blieb jedoch die Benennung "Dreißigst" erhal­ten, nur in Siebenbürgen sprach man vom "Zwanzigst". Dies ist bei der Interpretation der Quellen zu berücksichtigen.

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