Egy új együttműködés kezdete; Az 1622. évi soproni koronázó országgyűlés - Annales Archivi Soproniensis 1. (Sopron-Budapest, 2014)
Az uralkodó és a rendek - H. Németh István: Városok, várospolitika a 17. század eleji Magyarországon. Tendenciák és következményeik
H. Németh István Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wurden die Steuerlasten der Städte allmählich erhöht, es wurden neue Steuerarten eingeführt. Auch die extraordinäre Kriegstaxe wurde für mehrere Jahre hin erhoben. Es ist zu bemerken, dass die Steuerbezahlungsfähigkeit der Stadtbürger immer weiter sank, solange die Verschuldung der Städte zunahm. Dessen Ursachen sind teils in den gewachsenen Steuersummen, teils in den negativen Auswirkungen des 30jähri- gen Krieges zu suchen. Dazu gehören der Rückgang des süddeutschen städtischen Marktes und die durch staatliche Maßnahmen verursachte Hyperinflation der Kipper- und Wipper-Zeit. Die Umwandlung der städtischen Führungselite nahm auch in den ungarischen Städten ihren Anfang — ähnlich wie in den österreichischen Städten. Ein eindeutiger Konfessionswandel war aber infolge des erfolgreichen Siegeszuges von Gábor Bethlen nicht erreicht. Die Gegenreformation geführt von Péter Pázmány verbreitete sich jedoch Schritt um Schritt: der Jesuitenorden wurde auch in den königlichen Freistädten präsent, die Kirchenzentren zogen sich in die Städte ein, und die neuen Staatsbeamten (in der Regel auch Stadteinwohner) stammten in dieser Epoche meistens aus den Kreisen der Katholiken Diese Tendenzen lassen sich auch in Ödenburg feststellen. Die Steuerlasten wuchsen immer mehr, wohingegen die Weinlieferungen nach Schlesien und Polen (die grösste Einnahmequelle des Bürgertums) nahmen bedeutend ab. In der Mitte des 17. Jahrhunderts war kein vollständiger Konfessionswandel vollzogen. Die Evangeüker konnten sich erst nach 1608 Kirchen und Benefizien aneignen. Infolge der Anzeichen der Gegenreformation konnte die Befürchtung der Evangeüker begründet gewesen sein, ihre vor kurzem erworbenen Rechte zu verdienen. Es ist also kein Zufall, obwohl ein Ausnahmefaü, dass sich die Stadt der Habsburg-Regierung widersetzte. Sie versuchte, die Unterstützung von Fürst Gábor Bethlen zu bekommen, um sich die Rakosch-Herrschaft des Bischofs von Raab zu erwerben. Der Ausgleich am Reichstag 1622 in Ödenburg sowie später die ebenfalls erfolgreichen Angriffen von György Rákóczi I. trugen dazu bei, die Verbreitung die in den österreichischen Erbländern bemerkbaren stadtpoüti- schen Maßnahmen in den ungarischen Städten zu verhindern. Was allerdings die Besteuerung der Städte betrifft, konnte auf diesem Gebiet alles eingeführt werden, was auch schon in den böhmisch-österreichischen Ländern durchgeführt worden war — jedoch ohne staatliche Kontrolle. Der Konfessionswandel und die staatliche Kontrolle wurden erst nach 1670 eingeführt. 122