Szita László: Somogy megyei nemzetiségek településtörténete a XVIII-XIX. században - Somogyi Almanach 52. (Kaposvár, 1993)

Resümee

RESÜMEE Die Siedlungsgeschichte der Nationalitäten im Komitat Somogy im .18. und 19. Jahrhundert. Diese Studie behandelt die Geschichte der An- und Besiedlung der Nationalitäten­bevölkerung, das heißt der Deutschen, Kroaten. Slowenen und Slowaken im Komitat Somogy vom Zeitpunkt der Beseitigung der Türkenherrschaft zum Ende des 17. Jahrhunderts bis m die Mine des 19. Jahrhundens. Die besondere Bedeutung der vorliegenen Arbeit ergibt sich daraus, daß sich bisher weder Detail- noch zusammenfassende Darstellungen dieses Themas angenommen haben. Die Bevölkerung des Komitats Somogy war in ihrer absoluten Mehrheit ungarisch. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts haben sich jedoch in einem Drittel aller Siedlungen nichtungarische Volksgruppen angesiedelt. Die Untersuchung zeigt auf, in welchem erstaunlichen Ausmaß sich die kroatische (bunjewatzische, schokatzische, bosnische), slowenische, slowakische und deutsche Bevölkerung demographisch, wirtschaftlich und kulturell entwickelt hat. Auf allen diesen Gebieten sind auch vielseitige Beziehungen mit dem Ungarturn entstanden. Somit wurde die Geschichte des Komitats Somogy auch zur Geschichte der deutschen und slawischen Nationalitätenbevölkerung. In diesem Komitat bildeten die nationalen Minderheiten keine größeren, miteinander in direkter Verbindung stehende Siedlungsblocke. Vielmehr waren ihre Siedlungen in mehr oder weniger großer Entfernung voneinander von der ungarische Besiedlung eingeschlossen und unterhielten wechselseitige wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen. Die innerethnischen Beziehungen der südslawischen Volksgruppen weisen auf die Regionen Slawonien, Zwischenmurgebiet und weitere kroatische Gebiete hin, aus denen sie gekommen sind. Ein Teil der Somogyer Deutschen stammt direkt aus Hessen, Niederbayern, Schwaben und Franken. Zu einem größeren Teil jedoch wanderten sie in erster Linie aus deutschen Dörfern des Komitats Tolna in die Somogy ein und bildeten hier Sekundärsiedlungen. Zu einem geringeren Teil kamen Deutsche auch aus den . Komitaten Baranya und Veszprém. Im untersuchten Zeitraum 1st die Binnenwanderung ein kontinuierliches Phänomen, in deren Verlauf auch die Nationalitätenbevölkerung mehrmals ausgetauscht worden ist. Dennoch gibt es eine bedeutende Anzahl von Siedlungen, in denen ihre Kontinuität seit dem Ende des 17. Jahrhundert nachgewiesen werden kann. Die Bevölkerung der slowakischen Siedlungen ist aus Oberungarn (heute Slowakische Republik) eingewandert, die Slowenen stammen aus dem Zwischenmurgebiet. Infolge der Minderheitenlage unterlagen die Nationalitäten einem spürbaren Magyari­sierungsdruck. Eine derartige Assirrnlationsbcwegung war bei der an Zahl kleinsten Volksgruppe, nämlich den Slowaken am schnellsten wirksam. Dernhingegen haben sich die südslawischen Volksgruppen mit Ausnahme der Slowenen am besten behauptet und sich im Süden und Südwesten des Kewnitats sogar verstärkt, was auch auf ihre wirtschaftliche Blüte zurückzuführen ist. Im den an das Komitat Tolna angrenzenden

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