Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - I. Zeitreise

88 Zeitreise 5 Die Teilung der Welt zwischen Spanien und Portugal 1493 Mai 4, Rom Papst Alexander VI. zieht eine Grenzlinie zwischen den überseeischen Einflußsphären Spaniens und Portugals €C£cpia bcla bulaöcla conceflion qbüoelpapa Hlcvatidre fepro al 'ftc? t ala "Reyna nueftros feno?ce:öelae3fndia6* Mit der Entdeckung und Besitzergreifung der westindischen Inseln durch Christoph Kolumbus, die er selbst für Indien vorgelagerte Inseln hielt (daher auch der Name), trat Spanien in unmittelbare Konkurrenz zu Portugal um die Expansion nach Übersee. Gegen die von Portugal erhobenen Ansprüche auf die neuen Entdeckungen sicherte sich Spanien die Unterstützung des spanischen Papstes Alexander VI., der in einer auch im Druck verbreiteten Bulle eine Grenzlinie von Pol zu Pol, hundert Meilen westlich und südlich der Azoren und der Kapverdischen Inseln, die berühmte „raya", zwischen den Einflußsphären der beiden Staaten bestimmte. Auf ihrer Grundlage wurde ein Jahr später der Vertrag von Tordesillas geschlossen, durch den der amerikanische Kontinent mit Ausnahme Brasiliens an Spanien fiel. Der Vertrag begründete aber nicht nur die spa­nische Herrschaft in Lateinamerika, sondern auch eine spanisch-portugiesische Interessensgemeinschaft gegenüber allen anderen an einer überseeischen Expansion interessierten Mächten und schuf damit eine die nächsten eineinhalb Jahrhunderte bestimmende weltpolitische Konstellation. Leopold Auer Einblattdruck, Papier, latéin Staatenabteilungen Spanien Hofkorrespondenz 1

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