Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - I. Zeitreise

Zeitreise 85 2 Österreich erweitert sein Territorium 1002 November 1, Haselbach bei Augsburg Güterschenkung Kaiser Heinrichs II. an die Babenberger Pergament, Majestätssiegel aus naturfarbenem Wachs, latéin Allgemeine Urkundenreihe 1002 XI 1 Sechs jahre nachdem das Wort „Ostarrichi" erstmals in einem Dokument festgehalten worden war, erweiterten die babenbergischen Markgrafen die materielle Basis ihrer Herrschaft. König Heinrich II. schenkte dem Markgrafen Heinrich Güter zwischen der Dürren Liesing und derTriesting sowie zwischen den Flüssen Kamp und March. Damit erhielt der Markgraf Güter sowohl südlich als nördlich der Donau. Das Stück selbst ist in knapper Form ausgefertigt, auf rhetorisches Beiwerk, das man sonst häufig in Urkunden findet, wird fast gänzlich verzichtet. Die Güter werden dem Babenberger als freies Eigen geschenkt, er konnte also damit tun und lassen, was er wollte. Wo sich die durch die Urkunde definierten Grenzen des markgräflichen Machtbereichs tatsächlich befanden, ist schwer zu sagen. Da die Liesing und dieTriesting in die Schwechat mün­den, nimmt man an, daß dieser Fluß die Grenze markierte. Nördlich der Donau bietet der Text der Urkunde, der dem Markgrafen erlaubt, zwischen March und Kamp 20 Königshuben frei auszuwählen, eine größere Interpretationsvielfalt. Fest steht, daß die March damals wie heute die Grenze darstellte. Thomas just

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