Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Gebäude - Werner Kitlitschka: Die Treppenhausgemälde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv

60 Die Treppenhausgemälde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv fernbleiben mußte, seiner Komposition ein. Ein geradezu skurril-unhistorischer Zug des Gemäldes besteht schließlich darin, daß die Beamten die Orden bereits tragen, mit denen sie erst anläßlich des Kaiserbesuches ausgezeichnet worden waren. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß Werke der Malerei und der Skulptur im Treppenhaus des Haus-, Hof- und Staatsarchivs ein engverflochtenes ikonologisches Gefüge bilden, das sich den Besuchern in ihrer Bewegung durch den Raum gewisser­maßen kinetisch erschließt. Aus dem Vestibül als Ort unmittelbarer persönlicher Konfrontation mit den skulpturalen Darstellungen Maria Theresias und Franz Josephs, die in ihr „Archivpalais" einzuladen und es gleichzeitig zu bewachen scheinen, führt der Weg in die Zone der Historienmalereien, die ebenso informative Funktion wie die Aufgabe denkmalhafter Fixierung wichtiger Ereignisse wahrnehmen. Das von Putti getragene Porträtmedaillon des Plafondbildes bindet Treppenhaus und Gebäude insge­samt an eine Sphäre zeitlosen Glanzes, als deren Garant Maria Theresia gewissermaßen pseudoreligiös verklärt in Erscheinung tritt. Quellen- und Literaturhinweise Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Stadterweiterungsfonds, Akten des Hofbau-Comités, Faszikel 68, Faszikel 261. Carl J. Peyfuss - Ein Maler in Maria Enzersdorf 1865-1932. Eine Ausstellung der Marktgemeinde Maria Enzersdorf. o. O. o. J. [1999] Werner Kitlitschka, Historismus und Jugendstil in Niederösterreich. St. Pölten 1984 Wilhelm Poschacher-Arelshöh, Der grüne Federhut - Zur Entstehung der beiden Wandgemälde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv. In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6 (1953) 550 f. Rechte Seite: Attikafiguren während der Instandsetzung

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