Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - V. Alltag

176 Alltag 8 Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit 1627, Bamberg Ansicht des 1627 anläßlich der Hexenverfolgungen neuerbauten Bamberger Malefizhauses Im Herrschaftsgebiet des Hochstiftes Bamberg kam es in den Jahren 1593-1630 zu spektakulären Hexenverfolgungen, die bereits bei den Zeitgenossen für Aufsehen sorg­ten. Ausgelöst durch Mißernten und Teuerungen brach eine Verfolgungswelle los. Im Hochstift Bamberg ereignete sich im Mai 1626 eine Frostkatastrophe, die praktisch die gesamte Agrarproduktion des )ahres vernichtete. Der Frost vom Mai 1626 sollte dann auch in den meisten Verhören von der Hexerei verdächtigen Personen als Hauptschaden ihrer zauberischen Fähigkeiten auftauchen. Um die verhafteten Hexen und Zauberer inhaftieren zu können, wurde in Bamberg ein neues Malefizhaus errich­tet, das, wie im Titel zu lesen, die „böshafften Menschen der verdampten Zaubery" auf­nehmen sollte. Die zweigeteilte Darstellung zeigt in der oberen Hälfte das Malefizhaus samt Nebengebäuden, wobei das mit „E" bezeichnete Gebäude laut Legende jenes war, in dem die „peinliche Frag", also die Folterung der Verdächtigen, durchgeführt wurde. Im unteren Teil des Drucks ist der Grundriß des Hauses mit den einzelnen Zellen und der Kapelle zu sehen. Druck Reichsarchive, Reichskanzlei Kleinere Reichsstände 36 (Bamberg) Thomas Just

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