Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - V. Alltag

172 Alltag 4 Arbeit im Quecksilberbergwerk 1792 Mai 15, Aranjuez Bericht des kaiserlichen Gesandten Friedrich von Kageneck an Staatskanzler Kaunitz mit Plan des QuecksiIberbergwerkes in Almádén Seit dem 16. Jahrhundert spielte Quecksilber auf dem Weltmarkt eine bedeutende Rolle. Von den vielfachen Verwendungen in Medizin und Technik war dafür hauptsächlich der Gebrauch beim Amalgamierungsverfahren im Silberbergbau verantwortlich. Der vorlie­gende Bericht behandelt genau die Problematik, warum das berühmte Quecksilberberg­werkes in Almádén unter der Leitung der spanischen Regierung nicht mehr die gleiche wirtschaftliche Bedeutung habe wie früher unter der Leitung des Handelshauses Fugger. Der beiliegende Plan illustriert die praktische Seite des Bergbaus. Auch hier habe es in den letzten Jahrhunderten nur Rückschritte gegeben, da für die Anlegung neuer Abbaustellen keine grundlegende Planung erarbeitet wurde, es „laufen die Gänge und Schächte kreuzweise durcheinander". Die innere Fixierung der Wände war von jeher ungünstig gewesen, hatte es doch bereits zwei größere Brände gegeben, die wegen der Auskleidung mit Holz drei bzw. sechs Jahre lang geschwelt hatten. Dabei waren auch Menschen ums Leben gekommen. Der aktuelle Beschäftigungsstand in Almádén wird im Bericht mit 3.500 Bergleuten angegeben. Das Urteil des Gesandten über die Verwaltung und den Verkauf ist äußerst ungünstig. Kolorierte Federzeichnung auf Papier, Bericht deutsch Staatenabteilungen Spanien Diplomatische Korrespondenz 122 Elisabeth Springer

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