Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - V. Alltag
170 Alltag 2 Fischfang im Spätmittelalter 1400-1415, Rheinfelden (Schweiz) Urbar der Feste Rheinfelden Malerei auf Papier, 51 Blatt, deutsch Handschriftensammlung, Handschrift Blau 132 Urbare sind Verzeichnisse, die die Güter, die zu einer Grundherrschaft gehören, mit den dazugehörigen Zinsen und Abgaben verzeichnen. Das Rheinfelder Urbar sticht durch seine qualitätvolle Ausstattung aus dieser Quellengattung hervor. Seine bildlichen Darstellungen sind durchaus als Meisterwerke gotischer Buchmalerei zu betrachten. Farbigkeit und Modellierung, die tiefenräumliche Darstellung der Landschaft stellen etwas Neues dar. Der Künstler blieb bis heute unbekannt, man nimmt an, daß er aus dem oberrheinischen Gebiet stammt. Die hier gewählte Abbildung zeigt zwei Fischer mit einem Zugnetz, während zwei weitere Personen, die mit nackten Beinen im Wasser stehen, einen Pflock in den Uferboden rammen. Weitere Abbildungen in der Handschrift zeigen eine zweite Fischfangszene, die Lieferung des Salmenzinses, den Auftrieb der Zinsschweine auf die Burg, den Zollposten von Kaisten, Heuernte im Schwarzwald und die Stadt und Feste Blumenberg. Am Beginn der Handschrift ist eine heraldische Darstellung eingefügt, die das Wappen Tirols und den österreichischen Bindenschild zeigt. Thomas Just