Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - V. Alltag
168 Dem massiven Interesse der Habsburger für Probleme des Militärs verdanken wir eine schöne Darstellung des Militärinvalidenhauses in Prag. Es entstammt den schriftlichen Unterlagen zu einer „böhmischen Reise" des Jahres 1 787, die der spätere Kaiser Franz I. unternahm. Das Prager Militärinvalidenhaus entstand in den 1730er Jahren, als die Zahl der Kriegsversehrten infolge der zahlreichen Kriege der Habsburgermonarchie immer mehr anstieg. Ähnliche Anlagen zur Versorgung der Kriegsinvaliden entstanden auch in Pest und Wien (Nr. 6). Um eine Versorgung anderer Art geht es in der Bittschrift der beiden Söhne des bekannten Bildhauers Franz Erler, Maximilian und Rudolf, an Kaiser Franz Joseph aus dem Jahr 1912 (Nr. 7). Die beiden bitten in ihrem Schreiben den Kaiser um ein Almosen und berufen sich dabei darauf, daß ihr Vater beim Kaiser in hohem Ansehen gestanden sei und dieser sogar einmal dessen Atelier besucht habe. Nach Einholung eines polizeilichen Feumundzeugnisses wurde der Antrag der beiden bewilligt, sie erhielten 100 Gulden. Thomas Just