Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - III. Haus - Hof - Staat
136 Hof 10 Des Kaisers weiße Pferde Ca. 1780, Lippiza (Lipica) Plan des Hofgestüts am Karst zu Lippiza im Küstenlande Eine der bekanntesten Attraktionen des heutigen Österreich, die weißen Hengste der Planskizze mit Veduten Spanischen Hofreitschule in Wien, waren über 300 Jahre lang fester Bestandteil des Kartensammlung UIII/3 Hofes. Das Hofgestüt am Karst zu Lippiza belieferte den Kaiserhof mit speziell gezüchteten, hochwertigen Reit- und Wagenpferden. Die Anfänge des Gestüts gehen auf Erzherzog Karl von Innerösterreich (1540-1590) zurück, der nach dem Vorbild seines kaiserlichen Bruders und anderer europäischer Fürsten die Gründung eines Hofgestüts in seinem eigenen Herrschaftsbereich beschloß. Dafür übernahm er das im Karst gelegene Dorf Lippiza gegen Zahlung eines Erbpachtzinses vom Bischof von Triest. Mit dem Aufstieg der innerösterreichischen Habsburgerlinie zu Kaiserwürden kam Lippiza unter die Verwaltung des kaiserlichen Hofs in Wien und unterstand fortan dem Oberststallmeisteramt, das für sämtliche Pferde und Wagen betreffende Angelegenheiten zuständig war. In der Folge blühte das Gestüt auf, zumal es ab Mitte des 18. Jahrhunderts alleiniger Pferdelieferant für die Spanische Hofreitschule war. Der Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie bedeutete auch das Ende des k. u. k. Hofgestüts Lippiza, die Pferde wurden zwischen den Nachfolgestaaten der Monarchie aufgeteilt. Der hier abgebildete Plan vom Ende des 18. Jahrhunderts zeigt Lage und Gelände des Gestüts, eine Ansicht der Gebäude und der spielenden Pferde auf der Weide sowie den beaufsichtigenden Hirten mit seinem Hund. Pia Mörtinger-Grohmann