Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - III. Haus - Hof - Staat
134 Hof Um 1 907, Wien Die Hofzuckerbäckerei in der Wiener Hofburg 8 Kaiserliche Naschkatzen Der Oberstküchenmeister stand dem kaiserlichen Haushalt im engeren Sinne vor, er beaufsichtigte die Hofküche, die Hofzuckerbäckerei, den Hofkeller, den Hofzehrgarden (die kaiserliche Vorratskammer) sowie auch die Hofsilber- und Tafelkammer, die Hofwäsche- und die Hoflichtkammer. Die Angehörigen dieser Hofdienste waren sowohl für das leibliche Wohl, für den gedeckten Tisch als auch für die Beleuchtung und Beheizung der Räumlichkeiten zuständig. Im Jahre 1904 wurde die Hofküche im Leopoldinischen Trakt der Hofburg zu Wien umgebaut und auf den letzten Stand der Technik gebracht. Auf dem hier gezeigten Foto ist die Hofzuckerbäckerei zu sehen, die Bediensteten tragen Beamtenuniform und auf den Tischen im Vordergrund sind bereits fertig vorbereite Konfektschalen für eine Hoftafel oder ein Buffet bei einem Hofball zu sehen. In den Aufgabenbereich der Hofzuckerbäckerei fiel die Zubereitung aller Frühstücke für den kaiserlichen Haushalt inklusive der Herstellung von Kaffee, Tee und Schokolade. Weiters erzeugten die Hofzuckerbäcker Speiseeis (Saft-, Milch- und Obersgefrorenes), Hohlhippen, Sorbets sowie Limonaden, Mandelmilch, Punsch, „Zuckerl", getunktes Obst, und feine Bäckereien, aber auch das Einkochen von Marmelade gehörte zu ihren Tätigkeiten. Schwarz-weiß Photographie Hofarchive, Obersthofmeisteramt Sonderreihe 1 70 Irmgard Pangerl