Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - III. Haus - Hof - Staat

120 Haus 6 Pietas Habsburgica 1593 Februar 20, Rom Päpstlicher Ablaßbrief für Erzherzogin Maria, geborene Herzogin von Bayern (mit geweihten Medaillen und Rosenkränzen) Brief Minucio Minucis an Erzherzogin Maria mit beigeleg­tem Brief und Realien, Papier, vier Blatt, deutsch und italie­nisch Habsburgisch-Lothringische Hausarchive, Familienakten 88 Erzherzogin Maria (1551-1608), die Gattin Erzherzog Karls von Innerösterreich, war unter den vielen wegen ihrer Frömmigkeit gerühmten Habsburgerinnen wohl jene, die ihre Religion nicht nur als Privatangelegenheit, sondern vor allem als politischen Auftrag verstand. Marias eifrig betriebene Korrespondenz mit weitem Empfängerkreis überliefert sowohl die Dinge des täglichen Lebens als auch ihre Absichten und die Motive ihres Handelns. Dieses Bewußtsein einer moralischen Aufgabe äußerte sich auch bei der Erziehung ihrer zahlreichen Kinder, vor allem bei ihrem ältesten überle­benden Sohn, dem späteren Kaiser Ferdinand II. Schon ihre eigene Erziehung am Münchner Hof durch ihre Mutter Erzherzogin Anna war besonders auf das katholische Frömmigkeitsideal ausgerichtet gewesen. Durch den ihr aus der Heimat bekannten päpstlichen Sekretär Minucio Minuci erhielt sie einige von Papst Clemens VIII. geweihte Gegenstände zum persönlichen Gebrauch. Mit den vom Papst-Neffen Kardinal Cinzio Aldobrandini übersandten Medaillen und Rosenkranzteilen wurden genaue Anweisungen für bestimmte Gebete zur Gewinnung von Ablässen gegeben, wie sie sonst nur bei entsprechenden Gebeten in den großen Kirchen Roms erlangt werden konnten. Bezeichnenderweise wurde Marias Sohn Ferdinand auf die Jesuitenuniversität in Ingolstadt geschickt und machte später seine Kavalierstour durch Italien, die ihn auch in den großen Marienwallfahrtsort Loreto und nach Rom führte. Elisabeth Springer

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