Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge
78 gescharten excessiven Elemente in Schranken zu halten, doch mit wenig Erfolg, und es musste daher die Religion zu Hilfe kommen! Welch ein breites Feld der Thätigkeit für einen Feldgeistlichen! Welch eine schwere Aufgabe, die verstockten und verhärteten Herzen für die heilsamen Lehren der Religion und der Moral zu gewinnen! Unsere Feldherren hatten das Bewusstsein, dass ihre Bestrebungen, ein gediegenes Heer zu schaffen, nur dann von Erfolg gekrönt sein können, wenn diese auf einer festen Basis, auf einer sicheren Grundlage ruhen. Und diese Basis, dieser feste Grund durfte kein anderer sein als die Religion! Gottesfurcht und Pietät leuchtet aus ihren Regulaments und Yorschriften; religiöser Sinn kennzeichnet alle Befehle. Frömmigkeit und Gottvertrauen lenkt und leitet alle ihre Schritte und Unternehmungen. Welch mächtige Stütze für den Feldgeistlichen! Welcher Ansporn zur treuen Pflichterfüllung! Die Regimentsgeschichten sind Zeugen dafür, dass die Feldgeistlichen ihre Pflicht redlich gethan haben. Von einem heiligen Eifer durchglüht, wetteiferten alle, durch Wort und That, durch Belehrung und Ermahnung und durch eigenes Beispiel die sittliche Veredlung des Heeres zu erzielen. Mit Muth ertrugen sie alles, was Mangel, Krankheit, Mühsal und Kampf im Gefolge führen können1). Immer voran! Im dichtesten Kugelregen und Handgemenge mit r) Litterae annuae Prov. Austr. S. J. ex 1737: >Per expeditionem bellicam anni hujus copiis caesareis trifariam divisis, clerus etiam castrensis tres in partes sectus fuit. In maiori exercitu eapellani castrenses fuere 38, Religiosi ex septem diversis ordinibus 15, Petrini 6,