Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

64 Im Feld hat er auch nach dem dritten Zeichen früh und abends zum Gebet sich mit den Tambours und Haut- boisten bei den Fahnen einzufinden, und zwar mit dem Crucifix vor der Brust in ehrbarer Kleidung, und nach altem Soldatengebrauch Gott zu ehren, die gewöhnliche Betstunde zu halten; daselbst kniet er in der Mitte der Versammlung nieder, spricht das Vater-Unser mit dem Ave-Maria, ein Morgen- oder Abend-Gebet mit dem Glaubens-Bekenntnis, alsdann gibt er die Benediction und wann er, Regiments- Pater, nicht vorhanden sein möchte, soll er als Geistlicher bei dem Pater Superior angeklagt werden. Die Herren Lieutenants und Fähnrichs haben die Mannschaft früh und abends hinzuführen, und hat der Regiments-Pater wohl acht zu haben, ob eine oder andere Compagnie darinnen saum­selig ist, solches dem Regiments-Commandanten anzudeuten. Da ein Te Deum laudamus gehalten wird, verfügt sich der Regiments-Pater zu dem Pater Superior, ihm in der Function, so in des Commandierenden Generalen Zelt gehalten wird, zu assistieren. Wann er sonsten in einiges Verbrechen verfallen sollte, kann ihm gar wohl das Regiment mit Arrest- oder Geld- Strafe abstrafen, und ihm seine Dimission nach Gefallen geben. Bisweilen wird in der Armee nach Rang des Regiments der Pater mit dem Gewaltigen und Scharfrichter auf den Streif genommen; alsdann ist seine Schuldigkeit, dass er diejenigen, welche in flagranti sollen hingerichtet werden, Beicht höre. Bei Schlachten gebührt dem Pater, dass er auf Zeichen des Regiments-Commandanten dem Regimente eine ganz kurze christliche Ermahnung gebe, sodann die General- Absolution und Benediction ertheile, wonach er sich hinter

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