Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

50 Da die Türken eine bedeutende Zahl von Kriegs­fahrzeugen auf der Donau unterhielten, durch welche sie in ihren Operationen wesentlich unterstützt wurden, ergab sich die Nothwendigkeit, zur Bekämpfung dieser Fahrzeuge eine Kriegsflotille zu errichten. Gegen Ende des 17. Jahr­hunderts wurden daher für die Errichtung und Vermehrung einer Donau - Kriegsilotille die größten Anstrengungen gemacht. Es wurden demgemäß im Jahre 1692 durch Kaiser Leopold einem gewissen Fleury 10.000 Thaler zur Durchführung von Versuchen zugewiesen. Da jedoch die nach seinen Plänen erbauten Schiffe, welche eine ansehn­liche Zahl größerer und kleinerer Geschütze führten, sich als schwer lenkbar erwiesen, wurden im Jahre 1698 nach dem Vorschläge des Vice-Admirals Saphorin einige neue Schiffe gebaut und die alten nach seinem Projecte um­gestaltet. Gleichzeitig beantragte Franz Dillher Freiherr von Althan den Bau von 24 Batterieschiffen, 40 Halb­galeeren und 50 Brandern, welcher Plan von einer mächtigen Partei bei Hofe, namentlich von dem kaiserlichen Beichtvater Wolf, unterstützt wurde. Diesem Einflüsse ist es zu danken, dass der Kaiser mit der Allerh. Entschließung vom 1. Juli die Errichtung des Dillher’schen Donaugeschwaders an­ordnete. Der Saphorin’schen und Dillher’schen Flotille wurde zur Ausübung der Seelsorge ein beiden gemeinsamer Feldkaplan beigegeben1). Eine Organisation des Trains in der Art des heutigen Armee-Fuhrwesens zeigt sich zu dieser Zeit nur in schwachen Anfängen. Die Regimenter sowie der Armee-Stab (Haupt­quartier) führten das Gepäck, welches als »Tross und Bagage« bezeichnet wurde, auf den Fuhrwerken mit *) *) Feldzüge des Prinzen Eugen 1 S. 253.

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