Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

47 verarmte Erzbisthum von den Einkünften des Kreuzherren- Ordens leben konnte, und so wurde Brus 1561 zum Erz­bischof von Prag ernannt, behielt noch eine Zeitlang das Bisthum Wien und blieb bis zu seinem Tode General- Großmeister des Kreuzherren-Ordens in Prag. Der lange Aufenthalt in dem Feldlager, die Strapazen der ver­schiedenen Feldzüge, die er mitgemacht, hatten seine Gesundheit geschwächt; das Podagra peinigte den sonst so kräftigen Mann, besänftigte aber das in seinen Adern so heiß rollende Blut. Anton Brus starb am 28. August 1586 zu Prag 1). Im 30jährigen Kriege begegnen wir einem Priester, der ohne Feldkaplan gewesen zu sein, doch auf dem Schlacht­felde thätig war. Es ist der in der Schlacht am Weißen Berge rühmlich genannte Carmeliter-Ordenspriester Domi­nicus a Jesu Maria Buzzola. Jm Jahre 1559 zu Calatayud in Aragonien geboren, trat er mit 12 Jahren in den Orden. Außerordentliche göttliche Gnadengaben, wie Extasen, Wunder und Weissagungen, lenkten bald die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn. Im Jahre 1608 wurde er zum Prior des Klosters bei S. Maria della Scala in Born und 1617 zum Ordensgeneral gewählt. Auf die Bitten des Herzogs Max von Bayern schickte ihn Papst Paul V im Jahre 1620 nach München, von wo er den Herzog auf seinem Feldzuge nach Böhmen begleitete. Durch sein Gebet, durch seine begeisternde Einwirkung auf die Truppen und eigenes thätiges Eingreifen trug er wesentlich zum Siege am Weißen Berge bei. Hierauf begab er sich mit Aufträgen des Papstes an die Höfe von Wien, Nancy, Brüssel und Paris und kam gegen Ende 1621 nach Born *) Mittheilung des ritterlichen Kreuzherren-Ordens in Prag an das Apostolische Feld-Vicariat, dto. 10. Jänner 1900.

Next

/
Thumbnails
Contents