Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

139 Im Kriegsfälle wurde bei jedem Feld-Spital und bei jeder G-renadier-Brigade ein Geistlicher auf die Zeit der Mobilität angestellt. Nach dem Organisations-Statut vom Jahre 1858 wurde im Mobilisierungsfalle auch zu jedem Grenz-Bataillon ein Feldkaplan eingetheilt. Der Stand des Feld-Clerus variierte, je nachdem neue Regimenter aufgestellt oder neue Spitäler errichtet oder in den einzelnen Orten Garnisons-Seelsorgen etabliert oder aufgelassen wurden. Vor der [Reorganisierung der Militär-Seelsorge im Jahre 1868 waren außer dem Feld-Consistorium und den Feld- Superioren 20Feldkapläne 1. Classe, 80 Feldkapläne ‘2. Classe und 86 Feldkapläne 3. Classe in der Militär-Seelsorge und in den Militär-Erziehungshäusern, sodann 14 geistliche Pro­fessoren in den Akademien und Cadetten-Instituten thätig. Zum Tröste der galizischen Soldaten wurden im Jahre 1779 auch zwei Geistliche des griechisch-katholischen Ritus angestellt1). Weil jedoch die griechisch-katholische Mann­schaft in der Armee sehr vertheilt war und dem Gottes­dienste ihrer Geistlichkeit nicht beiwohnen konnte, wurde mit hofkriegsräthlichem Rescripte vom 31. December 1834 N. Z. 4617 die Weisung erlassen, dass dieselbe in jenen Orten, in welchen sich Kirchen und Priester ihres Ritus befinden, an Sonn- und<! an den hohen und sonstigen herziger-, 12 Minoriten-, 28 Franciscaner- und 18 Kapuziner-Ordens- Priester. Zufolge des Allerh. Handschreibens vom 23. Februar 1810 wurden Barmherzige Brüller nicht mehr als Feldkapläne angestellt und nach Allerh. Anordnung vom 15. Februar 1806 durften auch Piaristen-Ordens-Priester nur im Lehrfache, nicht aber als Feldkapläne in der Militär-Seelsorge verwendet werden. ') Allerh. Entschließung vom 24. Jänner 1779.

Next

/
Thumbnails
Contents