Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 2. Capitel. Das Feld-Consistorium und die Feld-Superiorate

134 schiedenen Behörden erforderte nicht nur einen in allen Zweigen der Militär-Seelsorge erfahrenen, mit denbestehenden kirchlichen und politischen Gesetzen und Verordnungen voll­kommen vertrauten Mann, sondern derselbe musste auch als Muster und Vorbild der gesammten ihm untergeordneten Mili­tär-Geistlichkeit durch einen reinen moralischen und priester- lichen Wandel sich auszeichnen und mit Ernst und Würde, mit Liebe und Nachdruck auf die Gemüther seiner Unter­gebenen einzuwirken verstehen. Bei Besetzung der Feld- Superioratsstellen konnte daher nicht immer auf Bang und längere Dienstzeit gesehen, sondern es mussten besonders die hervorstechenden Eigenschaften, Kenntnisse, Fähigkeiten und amtlichen Fertigkeiten der Candidaten berücksichtigt werden. Hatte der Feld-Superior sein Amt angetreten, eine längere oder kürzere Zeit durch die Erfüllung seiner Pflichten und Obliegenheiten sich ausgezeichnet und hinreichende Beweise gegeben, dass er das in ihn gesetzte Vertrauen in jeder Hinsicht vollkommen rechtfertige, so wurde ihm infolge Allerh. Entschließung vom 26. December 1817 und laut hofkriegsräthlichen Bescriptes vom 16. Juli 1820 N. Z. 2363 gestattet, um ein Ehren-Canonicat einzuschreiten. Der neu ernannte Feld-Superior musste sein diesfälliges Gesuch dem ihm Vorgesetzten General-Commando überreichen, von welchem dasselbe mit dem eigenen Gutachten dem Hof­kriegsrath vorgelegt wurde. Der Hofkriegsrath theilte dieses Ansuchen dem Apostolischen Feld-Vicariate mit, welches hierüber sein Gutachten abgab, worauf sodann der aller- unterthänigste Vortrag an Seine Majestät zur Allerh. Ent­scheidung erstattet wurde. Im Kriegsfälle wurde zu jeder Armee gleichfalls ein Feld-Superior eingetheilt, welchem dieselben Bechte und Pflichten zukamen wie jenen in Friedenszeiten.

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