Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)

Gruppe 01: Michaela Follner: Auswärtige Angelegenheiten - Österreichische Vertretungsbehörden im Ausland

Bestandsgruppe 01 Archiv der Republik Im März 1924 wurde dem Ministerrat vorgetragen, die "sehr bedeutenden Interessen des Handels und der Industrie Österreichs in der Türkei erfodern eine sachgemässe und wirksame Vertretung" (AdR, BMfA/NAR, F6 Konstantinopel, Bundeskanzleramt/ Auswärtige Angelegenheiten, ZI. 41.857-20/1924). Weiters wurde beantragt, August Kral zum a.o. Gesandten und bev. Minister in der Türkei zu ernennen (ebenda). Am 1. Mai 1924 nahm die neuerrichtete Gesandtschaft ihre Amtstätigkeit auf (AdR, BMfA/NAR, F6 Konstantinopel 1, Bundeskanzleramt/Auswärtige Angelegenheiten, ZI. 72.869-20/1924). Erst am 1. Juli 1924 wurde das Honorarkonsulat eingerichtet. Der Kanzleirat Alfred Lazar wurde als provisorischer Gerent eingesetzt (AdR, B MfA/N AR, F8 Konstantinopel, Bundeskanzleramt/Auswärtige Angelegenheiten, ZI. 96.017-20/1924). Bestandsbeschreibung: Der Bestand gliedert sich in zwei Teile: DerersteTeil beinhaltet die Akten, welche seit 1938 den Bestand Gesandtschaftsarchiv Konstantinopel darstellen. Überliefert sind nur die politischen Berichte und die politischen Reservatakten derehemaligen Gesandtschaft in Konstantinopel. Die Akten sind chronologisch abgelegt, sodaß der Zugang relativ mühelos erfolgen kann. Die vorhandenen Kanzleibücher sind nahezu unbenützbar, ein Archivbehelf ist jedoch vorhanden. Der zweite Teil war Bestandteil des älteren Bestandes der österreichischen Vertretung in Konstantinopel. Bei der Sichtung dieses sehr umfangreichen Aktenmaterials im Haus-, Hof- und Staatsarchiv wurden diese Akten ausgesondert, geordnet, verzeichnet und dem Archiv der Republik übergeben. Die vorhandenen Indices und Protokolle sind gleichfalls für die Forscherinnen nicht benützbar. Die Akten, größtenteils administrativer Natur, sind nach Signaturen abgelegt. Jede Signatur hat eine bestimmte Bedeutung (6 "Budget, Miete, Amtsübergaben", 8 "Personalia", 11 "Einbürgerungen", 12 "Verein derÖsterreicher in Istanbul", 18 "Verlassenschaften",20 "Zeugnisse", 21 "Pensionen", 22 "Personalakten", 24 "Privatforderungen", 30 "Versicherungen, Alimentationen, Vertrauensanwälte, Zivilgericht", 34 "volkswirtschaftlicher Aufklärungsdienst", 36 "österreichische Kriegsgräber in Feriköy", 38 "Liquidierungen", 39 "Eheangelegen­heiten", 42 "Paßangelegenheiten", 43 "Paßausstellungen", 46 "Auskünfte", 47 "Visa, Paßverluste, Verlängerungen", 50 "Gesundheitswesen", 52 "Sicherheitswesen", 53 "Gesandtschaft", 56 "Schulwesen", 57 "Einbürgerungen, Ausbürgerungen", 58 "Verlassenschaften", 60 "Ehesachen") und umfaßt die betreffenden Akten aller vorhandenen Jahrgänge. Der Nachlaß Alfred Lazar und die Akten der Pensionskasse der Beamten der Orientbahnen von 1921 bis 1936 bilden einen weiteren Teil dieses administrativen Bestandes. Der Zugang erfolgt über einen Archivbehelf. Die Akten sind gemäß den geltenden Vorschriften des Österreichischen Staatsarchivs frei für die Forschung zugänglich. Bestandsgeschichte: Die Akten der Gesandtschaft in Konstantinopel wurden 1939 an das Haus-, Hof- und 64

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