Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)
Gruppe 01: Michaela Follner: Auswärtige Angelegenheiten - Österreichische Vertretungsbehörden im Ausland
Bestandsgruppe 01 Archiv der Republik 01R416/1 Österr. Vertretungsbehörden im Ausland Vertretung beim Völkerbund in Genf 1933 - 1938 2 Kartons Provenienz(en): Bundeskanzleramt/Auswärtige Angelegenheiten 1933 - 1938 Bestandsschwerpunkt(e): Außenpolitische Korrespondenz - Eisenbahnen - Flüchtlinge - Satzungen - Wahlen Rechtsgrundlagen: Österreich suchte am 9. November 1920 in einem Schreiben an James Eric Drummond, Generalsekretär des Völkerbundes, um Aufnahme in den Bundan (AdR, BMfA/15 VR, Aufnahme Österreichs in den Völkerbund, Staatsamt für Äußeres, ZI. 68.354-1920). Frankreich setzte dem Aufnahmebegehren große Widerstände entgegen, um nicht durch die Aufnahme Österreichs ein Präjudiz zugunsten Deutschlands zu schaffen (ebenda, ZI. 70.215-1920). Da Deutschland kein Aufnahmegesuch einreichte, konnten die Bedenken gegen eine Aufnahme Österreichs ausgeräumt werden. Der Nationalrat erteilte am 13. Dezember 1920 die verfassungsmäßige Genehmigung und Österreich wurde am 15. Dezember 1920 einstimmig in den Völkerbund aufgenommen (ebenda, ZI. 76.374-1920). Albert Graf von Mensdorff-Pouilly-Dietrichstein war der erste bevollmächtigte Vertreter der Republik Österreich beim Völkerbund. Der Beschluß der Völkerbundversammlung über die Aufnahme Österreichs in den Bund wurde dem Nationalrat im Jahr 1923 vorgelegt, und am 27. November 1923 wurde die Abhaltung einer ersten Lesung beschlossen, zu der es jedoch bis zum Jahr 1927 nicht kam. Durch den Beitritt Deutschlands zum Völkerbund im Jahr 1926 änderte sich die innenpolitische Situation in Österreich derart, daß keine Schwierigkeiten für die nachträgliche Genehmigung zu befürchten waren (ebenda, ZI. 22.646- 1927). Die österreichische Ratifikation wurde am 16. August 1927 von Bundespräsident Michael Hainisch unterzeichnet. Der Völkerbund, dessen Satzungen am 19. Jänner 1920 in Kraft traten, wurde am 18. April 1946 durch einen Beschluß der Generalversammlung aufgelöst. Bestandsbeschreibung: Den Hauptteil des Bestandes nimmt die chronologisch geordnete Korrespondenz, getrennt in politische und administrative Akten, der österreichischen Vertretung beim Völkerbund ein. Die überlieferten Materien stellen nur wenige Konvolute dar. Der Zugang erfolgt über einen Archivbehelf. 52