Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)

GRUPPE 05: HANDEL/WIRTSCHAFT/BAUTEN (Dieter Lautner) - Generaldirektion für die Post- und Telegraphenverwaltung

Bestandsgruppe 05 Archiv der Republik war, wurden im Zuge der Reform- und Einsparungsmaßnahmen des Jahres 1923 die Geschäfte dieses Ministeriums und des Bundesministeriums für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten im Sinne der Bundesregierungsverordnung vom 9. April 1923 (BGBl. Nr. 199/1923) vereinigt und ein Bundesministerium für Handel und Verkehr gegründet. Weiters wurde mit 13. April 1923 (BGBl. Nr. 210/1923) die Verwaltung des Telegra­phen- und Femsprechwesens mit der Postverwaltung wiedervereinigt und eine Generaldirektion für das Post-, Telegraphen- und Fernsprech wesen errichtet, der die Leitung aller Verwaltungsaufgaben oblag. Die Generaldirektion für das Post-, Telegraphen- und Fernsprechwesen bestand als Sektion VII des Bundesministeriums für Handel und Verkehr, bis mit Ministerratsbe­schluß vom 25. Mai 1925 (AdR, MRP1, Nr. 380/2) die Sektionenanzahl des Ministe­riums auf vier verringert wurde und die Generaldirektion aus dem Sektions- und Abteilungsverband herausgelöst wurde (AdR, BMfHuV/Präs, ZI. 14.048/1925). Sie existierte nun als nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Handel und Verkehr und setzte sich aus einem Büro des Generaldirektors und drei Gruppen zusammen, die jeweils aus vier Abteilungen bestanden. Im Jahr 1929 erfolgte die Umbenennung in Generaldirektion für die Post- und Telegraphenverwaltung, die bis heute ihre Gültigkeit hat. Im Zuge der politischen Entwicklung im März 1938 wurde die österreichische Post- und Telegraphenverwaltung mit 19. März 1938 (GBl. für Österreich Nr. 29/1938) auf das Deutsche Reich übergeleitet. Die Post- und Telegraphen Verwaltung und das Postsparkassenamt wurden Teile der Reichsverwaltung Deutsche Reichspost und unterstanden dem Reichspostminister. Die Generaldirektion für die Post- und Telegra­phenverwaltung in Wien wurde dann mit 30. April 1938 (GBl. für Österreich Nr. 112/ 1938) in eine Abwicklungsstelle umgewandelt und führte fortan die Bezeichnung "Abwicklungsstelle des Reichspostministeriums für das Land Österreich". Bestandsbeschreibung: Der Großteil des Bestandes ist nach Jahr und Zahl hinterlegt und über Indizes und Protokolle benützbar. Ein kleines Problem ergibt sich jedoch dadurch, daß diese Geschäftsbücher für jede Abteilung einzeln geführt wurden und es keinen Gesamtindex gibt, was dazu führen kann, daß man auf der Suche nach einem Akt oft alle Abteilungsindizes durchsehen muß. Neben diesem Hauptteil, der 325 Kartons umfaßt, gibt es noch zwei Sonderlegungen, und zwar eine Konvolutreihe (19 Kartons) und die Unterlagen der Telegraphensektion im Staatsamt bzw. B undesministerium für Verkehrswesen von 1919 bis zur Zusam men- legung der Post- und der Telegraphensektion im Jahr 1923 (48 Kartons), die ebenfalls nach Jahr und Zahl hinterlegt und über Indizes und Protokolle einzusehen sind. Darüberhinaus wurde ein Teil der Postakten immer in sogenannten Sonderbunden hinterlegt, was bedeutet, daß die Akten von bestimmten Betreffen in Sonderbunde, welche eigene Zahlen haben, zusammengefaßt wurden. Die Sonderbunde der 1. Republik befinden sich jedoch bei den Beständen der Post vor 1918, die im Allgemeinen Verwaltungsarchiv aufbewahrt werden. Der Grund dafür ist die Tatsache, daß die 364

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