Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)

Gruppe 04: Inneres/Justiz (Rudolf Jerabek’, Heinz Placz) - Bundeskanzleramt

Bestandsgruppe 04 Archiv der Republik 04R362/1 Bundeskanzleramt Kriegsgefangenenwesen 1919-1922 185 Kartons, 2,7 lfm Bücher, 30 lfm Karteien Provenienz(en): Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenamt 1919 - 1922 Bestandsschwerpunkt(e): Arbeiter- und Soldatenrat - Entlassungen - Heimbeförderung - Heimkehrer - Gefallene- Invalide - Kriegsgefangene - Kriegsgefangenenlager - Mißhandlungen - Rotes Kreuz- Zivilintemierte Rechtsgrund lagen : Am 29. Jänner 1919 wurde vom Staatsrat (AdR, StRP, Nr. 70) eine Kommission für Kriegsgefangenenfürsorge unter der Leitung von Dr. Aemilian Schöpfer eingesetzt. Durch das Staatsgesetz vom 3. April 1919 "überdie Kriegsgefangenen- und Zivilinter­niertenfürsorge" (StGBl. Nr. 214/1919) wurde eine Staatskommission für Kriegsge­fangenen- und Zivilintemiertenangelegenheiten eingesetzt. In diese Kommission wurden Vertreter von den Staatsämtern für Äußeres, für Inneres und Unterricht, für Heerwesen, für Finanzen und für soziale Verwaltung entsandt. Der Präsident der Kommission war Dr. Aemilian Schöpfer. Mit Gesetz vom 24. März 1922 (BGBl. Nr. 104/1922) wurde das Kriegsgefangenen- und Zivilintemiertenamt aufgelöst und die Agenden an die Bundesministerien für Äußeres, Inneres und Finanzen abgegeben. Bestandsbeschreibung: Der Bestand des Kriegsgefangenen- und Zivilintemiertenamtes weist nur geringe Verluste auf und ist daher eine wertvolle Quelle für die Forschung über die Kriegsge­fangenen im 1. Weltkrieg und danach. Als Findmittel stehen die Geschäftsbücher zur Verfügung, wichtig ist jedoch der Archivbehelf, der im Rahmen der Ordnungsarbeiten erstellt wurde. Weiters ist auf die Karteien hinzuweisen, wo Österreicher in russischer und Italiener in österreichischer Kriegsgefangenschaft vermerkt sind. Der Bestand ist im Rahmen der geltenden Benützungsvorschriften des Österreichi­schen Staatsarchivs für die Forschung frei zugänglich. Bestandsgeschichte: Der Aktenbestand ist im Laufe der 1. Republik dem Staatsarchiv des Innern und der Justiz übergeben worden. Aus diesem Archiv wurde nach 1945 das Allgemeine Verwaltungsarchiv, eine Abteilung des Österreichischen Staatsarchivs. Im Zuge der 262

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