Manfred Fink (Hrsg.): Das Archiv der Republik und seine Bestände. Teil 1 : Das Schriftgut der 1. Republik und aus der Zeit von 1938 bis 1945 (1996)

Gruppe 04: Inneres/Justiz (Rudolf Jerabek’, Heinz Placz) - Reichsstatthalter Wien*

Bestandsgruppe 04 Archiv der Republik- T-K: Unterlagen über vornehmlich amtsinterne Kriegsmaßnahmen, vor allem Verwal­tungsvereinfachung und Einsparungsmaßnahmen.- Dienststrafkammer Wien: Alphabetisch gelegte Serie der Strafverfahren betreffend die staatlichen Angestellten des Reichsgaues Wien. Unter den Strafverfahren wegen Dienstverfehlungen und solchen im Gefolge außerdienstlicher Vergehen und Verurteilungen finden sich auch zahlreiche Fälle von politischen Delikten wie Wehrkraftzersetzung. Der Archivbehelf gibt Auskunft über die bereits eingeschachtelten Abteilungen und Referate. Nicht enthalten ist ein Teil der Registratur Ia Pol und Spol sowie die Preisbildungsstelle und das Referat RWH. Für diese Bestandsteile existieren Karteien bzw. gebundene Indizes. Neben den teilweise detaillierten, teilweise überblicksmäßigen Angaben im Archivbehelf können zur gezielten Aktenauffindung bei folgenden Referaten Karteien herangezogen werden : Z-H, Z-Pers bzw. Ib Pers, Z-Org, Z-R, Obere Siedlungsbehörde sowie Ia Pol und SPol. Der Bestand ist gemäßden geltenden Bestimmungen des Österreichischen Staatsarchivs für die Forschung frei zugänglich. Bestandsgeschichte: Die Akten der verschiedenen Abteilungen der Reichsstatthalterei Wien, welche auf mehr als 15 Amtsgebäude verteilt waren, wurden nach Kriegsende, soweit sie dieses überstanden hatten, vom Bundeskanzleramt übernommen. Die Aufteilung der Aktenbestände erfolgte nunmehr im Hinblick auf den Voraktenbedarf der wieder installierten Bundes- und Landes(Gemeinde)ebene der österreichischen Verwaltung. Die Personalakten, auch jene der Abteilung Z-Vers (Versorung) wurden (teilweise erst vom Bundeskanzleramt-Liquidator) den neuen Dienstbehörden, auch deutschen Stellen, und der Finanzlandesdirektion Wien übergeben, von wo dieselben ihren Weg auch in das Zentralbesoldungsamt gefunden haben mögen. Ein ansehnlicher Teil dieser Personalakten befindet sich nach wie vor im Bestand "Bundeskanzleramt-Liquidator", doch bilden viele, vor allem bei weiterbeschäftigten Personen einen Bestandteil des Personalaktes des betreffenden Ressorts (Präsidien). Die Akten des Referates Z-NB V (Bevollmächtigter für den Nahverkehr) dürften zumindest teilweise der zuständigen Abteilung der Wiener Gemeindeverwaltung übergeben worden sein. Ebenso wurden die Vereinsakten und der Vereinskataster der Abteilung la VB dem Wiener Magistrat überantwortet, während die Süftungs- und Fondsakten und Stiftbriefe dieser Abteilung vom Staatsamt (später Bundesministerium) für Inneres übernommen wurden. Auch die auf das Dorotheum bezüglichen Akten der Abteilung lila Kred wurden vom Staatsamt für Inneres übernommen. Das Material der im Bestand befindlichen Referate war großteils noch im Frühjahr und Sommer 1945 dem Allgemeinen Verwaltungsarchiv übergeben worden, wurde dort aberregellos für Verfolgungshandlungen gegenüber NS-Funktionären ausgeschlachtet, sodaß sich Splitter in anderen Beständen, vor allem in vielen Gauakten, finden. Teile gelangten erst viel später von der Nachfolgebehörde (im Falle des Referates IIIRWH vom Finanzministerium) in das Allgemeine Verwaltungsarchiv. Der Gesamtbestand 168

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