Grundsteinfegung lycealgebäude - melléklet, Pressburg, 1855

31 Nein, mehr denn tausend stumme Träger weiser Lehren Als Denker thronen ste versammelt dort; Drum wird man ihn auch künftig fort noch ehren Als Musensitz, den erst verlass'nen Ort*). Und wie? strömt nicht um Herz und Geist zu bilden **) Noch immer hin der Lieben zarte -Schaar? Ach ja! sie finden in den Vorgefilden Minervens stets bekränzet den Altar. Nur konnten jene Räume nicht genügen. Daß gleichsam an der vollen Mutterbrust Der Jüngling Weisheit schlürfe in vermehrten Zügen, Des höhern Rufes, der ihm ward, bewußt. Doch Schranken, die ihn fesselnd dort umzogen. Sie fallen vor der opferwill'gen Glut, Die glaubensfest den Drang der Zeit erwogen. Den Bau beschließt — vollbringt mit Glaubensmuth. Heil dir nun, Musentempel! Heil dem kühnen, Auf altem Moos der Gräber aufgeführt. Weil auf der Sterblichkeit Unsterbliches soll grünen Als Immortelle, die dem Geist gebührt. Laß nun in deinem Schooße reich entsprießen Der Weisheit Kronen: Glaube und Natur! Der Alten Schätze laß in dir erschließen. Erforschen jedes Wissens heil'ge Spur! Dem Bienenhause gleich auf blühenden Auen, Mit Ordnungsliebe Thatenfleiß gepaart, Soll ste, die Jugend, Honigzellen bauen, So oft sie sich in deinen Hallen schaart! *) Im ersten Stock des alten Schulgebäudes soll mit der Zeit die Bibliothek auf­gestellt werden. **) Die Bürgerschulen befinden fich noch im alten Schulgebäude.

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