Theologia - Hittudományi Folyóirat 5. (1938)

Móra Mihály: Az egyházjogi irodalom útja. II.

96 INHALTSANGABE — RESUME ganze Erde ausgedehnt, das Recht der Weltkirche ist ein tatsächliches Weltrecht geworden. Das keineswegs zu übersehende Ergebnis der geisti­gen Raumgewinnung unserer Zeit spiegelt sich im Auftreten einer außer­europäischen kirchenrechtlichen Literatur wider. Die Vertreter der euro­päischen Nationen, besonders die Vertreter des römischen und germa­nischen Geistes, weltliche und geistliche Faktoren wie auch die Schule haben das kanonische Recht wissenschaftlich und rechtschöpferisch gepflegt und entwickelt. Die Kristallisationspunkte der Übersicht sind die Zeit des klassischen Kirchenrechts und der Aufschwung im XIX. Jahrhundert. Der letztere hat der deutschen Kanonistik eine führende Rolle in der Wissenschaft gesichert. Unter den Faktoren der Blütezeit des vorigen Jahrhunderts sind zu nennen die Rolle der rechtshistorischen Schule, die günstigen kirchenpolitischen Verhältnisse und der Mangel an einer Kodifi­kation. Durch das Studium dieser Faktoren kann die heutige Richtung der Rechtsissenschaft gewertet werden. Das Positivum der rechtshistorischen Schule (die Betonung des historischen Geistes im Rechte) ist auch heute anerkannt, das Negativum (das Leugnen des Naturrechtes) aber ist als über­wundener Standpunkt zu betrachten. Die das Recht schaffende Macht, die Stärke der Geltendmachung des Rechtes stehen in Verbindung mit der Rechts­wissenschaft, die kirchenpolitischen Verhältnisse in Verbindnug mit der Kanonistik. Die Lage scheint heute geändert zu sein. In den an Deutschland grenzenden Ländern ist die Lage der Kirche nicht ungünstig, in Deutschland selbst aber sind gewisse hemmende Hindernisse zu beobachten. Die Kodifi­kation selbst begünstigt nicht die übertriebene geschichtliche Richtung und den Partikularismus, obzwar sie die Wissenschaft im allgemeinen belebt hat. Neben den Franzosen und Belgiern versucht die italienische Kanonistik jenen Platz wiederzugewinnen, den im XIX. Jahrhundert die Deutschen unbedingt inne hatten. Die deutsche Literatur besitzt noch heute ausgezeichnete Ver­treter, doch fehlen ihnen jene besonders günstige Bedingungen, wie sie dem Süden zur Verfügung stehen.

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