Folia Theologica 22. (2011)
Rokay Zoltán: Die Religion und die Religionen bei. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling während seiner zweiten Tätigkeit in München (1827-1841)
FOLIA THEOLOGICA 22 (2011) 95 Zoltán Rokay DIE RELIGION UND DIE RELIGIONEN BEI FRIEDRICH WILHELM JOSEPH SCHELLING WÄHREND SEINER ZWEITEN TÄTIGKEIT IN MÜNCHEN (1827-1841)* I. Einleitung F. W. J. Schelling (1775-1854)1 war zweimal in München tätig: zuerst von 1806-1820, und zum zweiten mal - nach seiner Tätigkeit in Erlangen, von 1827-1841. Die bescheidenen Rahmen dieses Aufsatzes erlauben es nicht die Biographie Schellings, und die Gestaltung seiner Gedanken auch nur in grossen Zügen darzustellen. Im gegenwärtigen Zusammenhang soll es nur genügen, dass Schelling ursprünglich Theologie studiert hat, und dementsprechend schon seine Jugendschriften von dem Thema „Religion" geprägt sind.* 1 2 Dasselbe gilt auch für seine Aneignung des transzendentalen Gedankens und der Naturphilosophie.3 Zu einem Versuch der Ausarbeitung einer Religionsphilosophie kam es bei Schelling erst auch durch die Wende zur „positiven Philosophie", und zwar zuerst in ihren Ansätzen, dann aber mit dem Wunsch der Vollständigkeit im Ganzen und in Details. Das letztere soll der eigentliche Gegenstand unseres gegenwärtigen Nachdenkens darstellen. Es soll aber schon jetzt gesagt werden, dass Schelling seine „Philosophie der Offenbarung" nur vorgetragen hat, sie wurde aber nie veröffentlicht. * Dieser Aufsatz wurde ursprünglich als Koreferat an der Deutsch-Ungarischen Theologentagung zu Passau (20. 05. 2011.) geplant. 1 Eine Gesamtdarstellung über Schelling bietet: Baumgartner, H. M. - Korten, H., Schelling, München 1996. sowie Haym, R., Die romantische Schule, Berlin 1914, vor allem: 612-722. 2 Vgl. Rokay, Z., Der Monotheismus im Werk von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, in Monotheismus, II. Budapest 2010. 31-54. 3 Vgl. ebd. 36.