Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

38 Mihály KRÁNITZ Anwesenheit in den religiösen Traditionen verwendet.“ Die Theorie von Rahner basiert auf seiner theologischen Anthropologie, das heisst auf der theologisch-philosophischer Analyse des menschlichen Ge­schlechts im konkreten geschichtlichen Zustand, so, wie das Gott ge­schaffen und zur Vereinigung mit Ihm bestimmt hat. Die für die konkrete geschichtliche menschliche Person charakteristische „überna­türliche Existential" kann mit einer „Gehorsamsfähigkeit" oder mit dem „natürlichen Verlangen"als solches, das als Gottes Erkenntnis in der menschlichen Natur metaphysisch betrachtet wird, nicht identi­fiziert werden. In der konkreten und übernatürlichen Ordnung der Wirklichkeit tragen wir in uns mehr, als die Fähigkeit der sich nach Gott richtenden passiven Selbsttranszendenz. Wir sind konkret und tätig auf die Verwirklichung einer solchen Selbsttranszendenz gerich­tet. Das „übernatürliche Existenzial" ist eine sich durch die freie Initia­tive der göttlichen Gnade in uns verkörperte grundlegende Struktur, die unsere nicht beabsichtigte Tätigkeit nach Ihn richtet. Diese „trans­zendentale Erfahrung" von Gott ist für jede Tätigkeit der menschlichen Person charakteristisch und ist dazu bestimmt, dass sie in der „kategó­riáién" oder „thematisierten" Ordnung geschichtlich konkretisiert wird. In den religiösen Traditionen der Menschheit vollzieht sich eine Art Konkretisation, und in ihnen verkörpert sich die übernatürlich er­hobene, sich in uns befindende kategóriáié Vermittlung. Auch das christliche Mysterium findet hier, in der menschlichen Person seine Wurzeln und seine Rolle. Die menschliche Person ist zur 10 10 Rahner, K., Weltgeschichte und Heilsgeschichte in Schriften zur Theologie, V. Einsiedeln 1962. 115-135. Rahner, K., Das Christentum und die nichtchristli­chen Religionen, in Schriften zur Theologie, V. Einsiedeln 1962.136-158. Rah­ner, K., Die Christologie innerhalb einer evolutiven Weltanschauung, in Schriften zur Theologie, V. Einsiedeln 1962. 183-221. Rahner, K., Die anonymen Chris­ten, in Schriften zur Theologie, VI. Einsiedeln 1965. 545-554. Rahner, K., Be­merkungen zum Problem des „anonymen Christen", in Schriften zur Theologie, X. Einsiedeln 1972. 531-546. Rahner, K., Der eine Jesus Christus und die Univer­salität des Heiles, in Schriften zur Theologie, XII. Einsiedeln 1975. 251-282. Rahner, K., Jesus Christus in die nichtchristlichen Religionen, in Schriften zur Theologie, XII. Einsiedeln 1975. 370-383. Rahner, K., Uber die Heilsbedeutung der nichtchristlichen Religionen, in Schriften zur Theologie, XIII. Einsiedeln 1978. 341-350. Rahner, K., Profangeschichte und Heilsgeschichte, in Schriften zur Theologie, XV. Einsiedeln 1983. 11-23. Rahner, K., Über den Absolut- eitsanschprach des Christentum, in Schriften zur Theologie, XV. Einsiedeln 1983. 171-184.

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