Folia Theologica 22. (2011)
Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission
FOLIA THEOLOGICA 22 (2011) 33 Mihály Kránitz DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN AUS DEM GESICHTSPUNKT DER MISSION* Im 21. Jahrhundert ist die grösste vor der Kirche stehende Herausforderung allem Anschein nach das Nebeneinanderleben der Religionen. In den vorgangenen fünfzig Jahren hat sich Europa an die Anwesenheit der fernöstlichen Religionen schon angewöhnt, es kann jedoch die Verbreitung des Islams äusserst schwierig bewältigen. Der europäische Mass der Toleranz bietet für jede Religion gleiche Rechte und Gelegenheiten, das Erwidern geschieht aber nicht mehr in gleichem Masse. Die Christen sind sogar in zahlreichen Orten der Welt Grausamkeiten ausgesetzt, und es kommt vor, dass die Bekehrung durch die Verfassung des bestimmten Landes verboten wird. Zur gleichen Zeit wird die Welt immer enger sein, durch die Strömung der Informationen sind die Gläubigen von verschiedenen Religionen äusserst wenig entfernt voneinander. Obwohl wir den Pluralismus nicht gleichgültig betrachten können, soll die Kirche die Botschaft vertreten, die vom Gott durch Jesus Christus anvertraut worden ist, damit in ihm, dem Erlöser jeder Mensch gerettet wird.1 I. Jesus Christus, die Erfüllung der Religionen In der katholischen Theologie befassten sich die Theologen schon vor dem II. Vatikanischen Konzil mit dem „Heil der Nichtgläubigen" und mit der Wichtigkeit der grossen religiösen Traditionen. Dadurch ist die Richtung entstanden, die im Christentum die Vollendung des Weges zum Heil sieht, während sie gleichzeitig auch die Werte der Religionen berücksichtigt. * 1 * Der obige Vortrag wurde am 11. Deutsch-Ungarischen Theologentag am 20 Mai 2011 in Passau vorgelesen. 1 Vgl. 1 Tim, 2,4: „Er will, dass alle Menschen gerettet und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen."