Folia Theologica 18. (2007)

István Ancsin: Die Hoffnung Aaf das Heil bei Hans Urs von Balthasar

DIE HOFFNUNG AUF DAS HEIL BEI H. U. V. BALTHASAR 25 und konvergiert und deshalb auf alles Werdende personalisierend wirkt.31 Als unüberbietbares Zentrum der Welt und ihrer Geschichte gilt für Teilhard die Menschwerdung des Logos, der in der Person Chri­sti als „Christ-Evoluteur" sowohl das Alpha wie das Omega allen Weltseins ist. In der Menschwerdung hat sich „Gott endgültig in den ganzen Weltprozeß eingesenkt und sich die ganze Weltnatur [... aufgrund seiner Leibwerdung] eingegliedert"32. Nur die Reli­gion der Menschwerdung vermag dem Entwicklungsprozeß der Welt den ihm angemessenen Sinn zu vermitteln. Durch seine Inkar­nation wird Christus „der Welt innerlich, eingewurzelt bis ins Herz des kleinsten Atoms"33. In seinem Hoffnungsbegriff versucht Teilhard, die geschichtli­chen und eschatologischen Fäden zusammenzuführen. Geschicht­lich bejaht er den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt aus ganzer Seele, obwohl er dessen Schattenseite (steigende Angst, Einsamkeit und Verzweiflung) nicht ausblendet, so daß die Hoff­nung doch etwas zurückhaltend ist.34 Fortschritt ist ein Epiphäno­men der wachsenden Komplexion des Geistes. Eschatologisch gese­hen muß die Menschheit nach Teilhard vor eine letzte Entschei­dung für oder gegen Christus geführt werden. Der Weltprozeß läuft auf das Schisma zwischen den Glaubenden und den Nicht­glaubenden hin. Mit der Bewußtheit steigt die Freiheit, und diese Tatsache bringt mit sich, daß der autonome Mensch immer mehr vor der Versuchung steht, eine immer größere Unordnung in Form des Bösen anzurichten.35 Die große Sünde wird am Ende der Wel­tentwicklung als antichristliche Entscheidung erfolgen, deren Kon­sequenz die Parusie sein wird. Dann wird nach Teilhard die „schweigsam sich steigernde Gegenwart Christi [blitzhaft] in den Dingen sich offenbaren"36. Der letzten Option entsprechend blei­31 Vgl. TD IV, 138. Aus diesem Grund bevorzugt Teilhard die maßgebend per­sonalen Dimensionen der westlichen Mystik und lehnt die entpersönlichende östliche Mystik ab. (Vgl. auch TD IV, 142.) 32 TD IV, 139. 33 TD IV, 140. 34 Vgl. TD IV, 138. 35 Vgl. TD IV, 143. 36 TD IV, 144.

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