Folia Theologica 18. (2007)

Mihály Kránitz: Heilige Elisabeth (1207-1231) als Vertreter des Treffens der verschiedenen christlichen Kulturen in Thüringen im 13. Jahrhundert

HEILIGE ELISABETH ALS VERTRETER DES TREFFENS 117 Elisabeth stammte aus einer Familie von Heiligen. In den 200 Jahren nach der Staatsgründung sind im ungarischen Land heraus­ragende Personen geboren. Die Reihe hat der heilige Stephan (+1038) eröffnet, mit seiner Gemahlin der seligen Gisella, und sei­nem Sohn dem heiligen Emmerich (um 1000/1007-1031). Sie folgte der heilige Ladislaus (um 1046-1095) und seine Tochter die heilige Piroschka (um 1088-1133), sowie die heilige Margarete von Schott­land (um 1047-1093). Zukünftige Heilige waren aber auch in der Um­gebung von Elisabeth: ihren Gemahl, den Landgraf von Thüringen, Ludwig IV. (1282-1347) erwähnt die Ortskirche oft als einen Heili­gen, und die Tochter, die Prämonstratenserin Gertrud (um 1227-1300) ehren wir in den Reihen der Seligen. Wir können aber auch unter den engen Verwandten von Elisabeth Heilige finden: ihre Kusinen waren die heilige Kinga (um 1224-1292), heilige Jolán (1235/1239-1298), heilige Margarete (1242-1270) und heilige Agnes von Tschechien (1205-1282), ihre entfernte Kusinen die heilige Elisa­beth von Portugal (1269/1270-1336) und heilige Elisabeth der jüngere aus der Dinastie des Árpádenhauses, eine dominikanische Ordens­schwester aus Töss in der Schweiz (1292/1294-1336/1338). Elisabeth von Portugal, mit einem anderen Namen Isabella von Aragon war eine Urenkelin des Hohenstaufenkaisers Friedrich IT, des Königs von Sizilien, und mütterlicherseits eine Grossnichte der Elisabeth von Thüringen, deren Schicksal dem ihren in vielem ähnlich war. In der Person von Elisabeth sind die geerbten Eigenschaften auf interessante Weise anwesend. Sie ist eine dynamische, unterneh­mungslustige Persönlichkeit, neigt zu Übertreibungen, ist großzü­gig, überschreitet schnell die gesellschaftliche Grenzen, hat eine Neigung zum Verschwenden aber auch ein Herz zu Heldentaten. Sie lebt immer für die anderen: für ihren Mann, ihre Kinder, ihre Familie, für die Armen, Kranken und Leidenden. Das Opfer wird zu ihrer Natur.6 6 JOOSS, E., Elisabeth von Thüringen und das Wunder der Rosen, Herder, Freiburg im Breisgau 2007; RÖMER, J., Krone, Brot und Rosen: 800 Jahre Elisabeth von Thüringen, Dt. Kunstverlag München 2006.

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