Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

SYNERGETISCHE HERMENEUTIK 111 verschlüsselt werden sollen58: eine sich raumzeitlich etablierende Horizontfläche bildet ihre inneren Zustände dimensionsreduziert eins zu eins ab - das kann analog auf die Wirkung des Mentalen auf das Physische postuliert werden. Unabhängig von solchen naturphilosophischen Spekulationen sollte synergetisch eine holistische Beschreibungsebene bezogen auf das gesamte Hirn inklusive aller potentiellen und aktualen neu­ronalen Erregungsmuster versucht werden, und das nach „eigenen Gesetzen" und losgelöst von der neuronalen Mikrokonstitution. Re­sonanz- und Ablaufmuster werden sowohl hinsichtlich ihres Über­hauptseins als auch hinsichtlich ihrer Sequentialität „von oben" in­tegriert, d.h. von: einer mentalen Ebene her als Grund und Ziel neuronaler Synchronisierungen. Die „neue" Integrationsebene neu­ronaler Multidynamik bildet der Geist als Systemeigenschaft „in über" dem Selbstvollzug des Gehirns, das sich „nach oben" bzw. „nach innen" hin bis zur relativen Verselbständigung des Mentalen entladen kann. Schließlich überlädt sich auch der Geist „nach oben" hin bis zum gottmenschlichen Kontakt: der Geist reflektiert nicht nur die exter­nen physischen und metaphysischen Inputs vermittelt durch die dadurch erzeugten Resonanzmuster, sondern auch die sich darin versteckende „Metastruktur", sprich: das „Sein" aller Seienden als Ziel und Grund synergetischer Kooperation. Darin erschließt er endlich den divin-gratialen Charakter synergetischer Effizienz als staunenswertes Ineinanderfügen disparater Teile zu immer neuen Realitäten. Der Bedarf nach fortführender dogmatischer Reflexion durch Applikation und Vertiefung synergetischer Hermeneutik als einen entscheidenden Verständnisschlüssel zur Wirklichkeit wurde nun hoffentlich geweckt! 58 So die Spekulation des letzten Kapitels bei HAWKING, S., Das Universum in der Nussschale, München 32005

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