Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

102 I. KONCSIK fern sich die Elemente "von innen her" mit metaphysischer "Energie" und "Information" gefüttert selbst aufladen, um sich zusammen mit ihrer physischen Aufladung (Einspeicherung von Energie) und in­formativen Harmonisierung ihrer Eigendynamik phasisch zu entla­den. Gedacht ist nicht an Gaia-Felder oder anderen illegitimen Mix­turen und phyisch-metaphysische Chimären, sondern an das Ernst­nehmen der unvermischten und ungetrennten Einheit der physi­schen und metaphysischen Ebene, wobei letztere die erstere "un­terfasst", "umgreift" und von innen her "durchdringt", um sie "zu sich selbst" zu ermächtigen.42 Metaphysische "Energeia" und "In­formation" sind klar different von physischer Energie und Informa­tion, doch besteht keine ohne die je andere im faktischen Wirklich- keits- und Ereignisraum. Synergetische Systembeschreibung und Modellierung Um eine synergetische Reorganisation zu modellieren, sollten die synergetisch miteinander „mehrfach" konjugierten Einzelelemente spezifisch gewichtet und individuell adressiert werden. Ferner soll­te die Gesamtinteraktion instantan erfolgen, so dass die Zustands­änderung eines fernen Elements sogleich einen Effekt auf den Zu­stand eines anderen Elements hat: nicht nur die benachbarten Ele­mente wirken aufeinander wie beim zellulären Automaten, son­dern alle wirken miteinander. Statt sequentieller Verarbeitung von Information über Zustandsänderungen sollte eine parallele gesetzt werden. Ferner sollten die Wirkungsfelder zwischen den Elemen­ten variabel gestaltet werden: dieselben „Kräfte" wirken different auf differenzierte Elemente, die räumlich, zeitlich, qualitativ etc. differieren müssen. Ferner sollte es ein Kriterium für das Gelingen einer Konsistenz geben: das Bleiben der mutualen Wechselwir­42 Theologisch geht mit solchen Reflexionen eine entsprechende Reflexion auf den Stellenwert und nähere Ausarbeitung der „creatio continua“ einher und richtet sich gegen eine künstliche Isolation des physischen oder metaphysi­schen Bereichs - ganz im Sinne des vor über 20 Jahren geforderten Reflexion auf die „eine“ Wirklichkeit bei Polkinghorne, J., One World. The Interaction of Science and Theology, London 1986. Freilich bilden beide „Bereiche“ der Wirklichkeit auch in sich eine intrinsische Konsistenz und stehen wissen­schaftlicher Spezifikation individuell zur Verfügung; doch sollte auch ihre mutuale Konsistenz, die besonders synergetisch ins Auge des Betrachters sticht, ihren interdisziplinär evaluierten Niederschlag finden.

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