Folia Theologica 17. (2006)
István Pákozdi: Zur Theologie des Ablasses
ZUR THEOLOGIE DES ABLASSES 165 abhängt. Die oben zitierte apostolische Konstitution Papst Paul VI. hat alle ähnlichen Privilegien aufgehoben, sie gleichzeitig aber auf alle Totenmessen ausgeweitet. 9 Zur Ablassgewinnung sind folgende Bedingungen notwendig: die Taufe, die Zugehörigkeit zur Kirche (Exkommunizierte können keinen Ablass gewinnen), die vorgeschriebenen Bußübungen und die zumindest allgemeine Absicht, den Ablass zu erlangen. Darüber hinaus sind die Gebete für die Intention des Papstes bestehen geblieben: Vaterunser, Gegrüßet seist du, Maria und Glaubensbekenntnis. Die Bußübung ist eine biblische Haltung, mit deren Hilfe der Mensch versucht, in die Nähe Gottes zu gelangen, von dem er sich durch die Sünde entfernt hat.10 Vielleicht ist es gerade dieser Aspekt des Ablasses, der ihn unter den Jugendlichen heute wieder notwendig und sympathisch erscheinen lassen kann. - Die Jugendlichen, die sich im Sommer des heiligen Jubiläumsjahres aus Anlass des Jugendtreffens 2000 versammelt hatten, waren von einer ganz besonderen Spannung ergriffen, als sie zu einem festgesetzten Zeitpunkt in Gruppen durch das Jubiläumstor der Peterskirche schreiten durften. Die Ungarn zogen unter einer mächtigen Fahne mit den Nationalfarben in Sechserreihen, singend und betend über die Via della Conciliazione und über den Petersplatz. An der Spitze ging Béla Balás, Diözesanbischof von Kaposvár und Jugendbeauftragter der Bischofskonferenz, gefolgt von den Jugendleitern und zahllosen ungarischen Jugendlichen von diesseits und jenseits der Grenzen. Allein schon die große Zahl der Teilnehmer bestärkte die Jugendlichen in ihrem Ansinnen. Beim Eintritt durch das Tor wurden sie von dem persönlichen Erlebnis der Andacht und des Gebets erfüllt, auch wenn sie vor dem Konfessionsaltar selbst und in der Kirche nicht lange verweilen konnten. Aber sie hatten einen Ablass erlangt, worauf sie sich lange und voller Freude vorbereitet hatten. Ein ähnliches Erlebnis bedeutete es für die Jugendlichen im Jahr 2005, als sie nach dem Eintritt in den Kölner Dom dem Schrein der heiligen drei Könige die Ehre erweisen konnten. 9 Vgl. Indulgentiarum doctrina, 20. 10 Vgl. Karl RAHNER - Herbert VORGRIMLER, Teológiai Kisszótár, Szent István Társulat, Budapest 1980, S.89