Folia Theologica 16. (2005)
Peter Caban: Die grundlegende liturgiegeschichtliche Entwicklung des Krankensalbungssakramentes bis Vaticanum II.
44 P. CABAN Priester mit dem vom Bischof gesegneten Öl gesalbt werden sollen. Man soll dieses Salbungssakrament in der Praxis nicht verachten.59 Die Krankensalbung erwähnen auch die Synoden in Aachen (i. J. 836), in Mainz (i. J. 847), in Pavia (i. J. 850) u. a. Aus dem letzten Jahrzehnt des 8. Jahrhunderts haben wir die liturgischen Gebetstexte, die sich schon in einzelnen Liturgiebu- chern befinden, ln Liber sacramentorum Gellonensis 60 sind Oratio- nen für die Kranken61 erhalten. Die eine im Haus der Erkrankten/’2 und auch die Gebete der Sterbenden.63 Pontifikate Romano-Germanicum (um das Jahr 950) enthält zwei Krankenliturgierituale; im ersten davon (Ordo ad visitandum et unguendum infirmorum)M wird die einzige Salbungshandlung nicht erwähnt, das zweite (Ordo ad unguendum infirmorum)65 ist ausführlicher und es enthält eine Salbuiagstathandlung selbst an den Körperteilen. Im Ritus wurde die sakramentliche Beichte bei dem Kran- keia noch vor dem Salbungssakrament vorausgesetzt. Das Sakrament selbst war durch mehrere Priester ausgedient. Es hatte folgende Struktur: 1. Der Wassersegen (Nr. 2) 2. Die Oration: Domine Deus, qui per apostolorum... (Nr. 3) 3. Der Psalm 6 mit der Antiphon Sana, Domine... (Nr. 4) 4. Die Aufforderung zum Gebet Oremus Dominum nostrum... (Nr. 5) 5. Psalm 50 (49) mit der Aiatiphoia Dominus locutus est... (Nr. 6) 6. Das Händeeinlegen durch alle amvesenden Priester (Nr. 7) 7. Die Oratioia Deus, qui non vis mortem... (Nr. 8) 59 ...infirmi oleo, quod uh episcopis benedicitur, a presbyteris ungui debent... Porov.: Monumenta Germaniae historica, cap. 2/1, 283, è. 48. 60 Liber sacramentorum Gellonensis, CChr. SL 159-I59A. 61 Dcrs., S. 2878-2887. 62 Ders., 2877. 63 Ders., 2892-2898. 64 Pontificale Romano-Germanicum 139, 2. 246-256. 65 Ders., 143, 2, 258-270.