Folia Theologica 16. (2005)
Peter Caban: Die grundlegende liturgiegeschichtliche Entwicklung des Krankensalbungssakramentes bis Vaticanum II.
42 P. CABAN Die Ostkirchenschriftsteller der ersten Jahrhunderte erwähnen selten in ihren Werken die Problematik der Ölkrankensalbung. Sie bezeugen allerdings, dass diese Krankenölung schon damals bestimmt existiert hat. Man kann davon die Erwähnungen in den Werken des Gregorius von Nysscnc,41 Johanns Chrisosthomos,42 Pala- dios,43 Eustratios,44 Pseudo-Johannis von Damaskus,45 46 47 aber auch in Historia monachorum in Aegypto46 und in Testamentum Salomonis47 merken. Das bedeutende Zeugnis für das KrankensalbungsSakrament ist ein am 19. März 416 von Papst Inocent I. (402-417) an den Bischof Dezentius von Gubbia in Umbria gesandter Brief. Im Prolog des päpstlichen Briefes wird es auf den Brief Diakons Celestinus hingewiesen und darum gibt es ein Zitat von Jak 5,14f. Es ist wichtig, dass der Papst in diesem Brief die Krankensalbung als das Sakrament (sacramentum) nennt.48 49 Inocent 1. hat sich da mit zwei Salbungsproblemen beschäftigt: Das erste Problem ist aus dem Jakobusbrief heraufgekommen: Ist jemand von euch krank?... Die Antwort des Papstes läutet im Sinne der Salbung für diejenigen, die gesalbt sein können, d. h. für die Getauften49 Es gibt keine Erwähnung über das Krankheitsgrad. Zweitens veröffentlicht der Papst dem Bischof von Gubbia, sprechend über dem Ölsegen, die römische Salbungspraxis und zugleich die Ölsegenpraxis durch den Bischof. Inocent I. findet das 41 Or. 43,37, 545, C/548 A. pag. 36. 42 De sacerd. 3,6; SChr. 272, 154: Horn. Ml 32.6 pag. 57, 384; Porov.: KERN. .1.: Ein missverstandenes Zeugnis das heiligen Johannes Chrysostomus für das Sakrament der Letzten Ölung, in Zeitschrift für katholische Theologie, Nr. 29, 1905, S. 382-389. Nur er von da angeführten Autoren u. Werken erwähnt die Sündenvergebungsmöglichkeit durch die Krankensalbung. 43 Vgl.: Hist, laus 12, in TaS 6/2, pag. 35. 44 Vita Eutychii 45.552328 A.2337 A, pag. 86. 45 „De his qui in fide dormierunt... " 18, 264D, pag. 95. 46 Historia monachorum in Aegypto 1,12. 47 Testamentum Salomonis 18, 1345 C, pag. 122. 48 „Nam paenitentibus istud infundi non potest, quia genus est sacramenti. Nam quibus relinqua sacramenta negantur, quomodo unum genus putatur posse concedi?“ In: DENZINGER, H.; SCHÖNMETZER, A.: Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum 216. 49 Vgl.: KACZYNSKI, R.: Feier der Krankensalbung, in Gottesdienst der Kirche, Teil 7,2 Sakramentliche Feiern !/2, Regensburg 1992, S. 269.